TKMS Aktie: Kanada prüft Auftrag über zwölf U-Boote

TKMS verfügt über ein Orderbuch von mehr als 25 Milliarden Euro, während mögliche U-Boot-Verträge mit Kanada und Indien noch offen sind.

Eduard Altmann ·
Dunkle Silhouette eines U-Boots in nebligen, aufgewühlten Gewässern bei Dämmerung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kanada bevorzugt TKMS als Anbieter
  • Indien verhandelt über sechs U-Boote
  • Orderbuch übersteigt 25 Milliarden Euro
  • Aktie verliert binnen einer Woche 7,1 Prozent

Während die Aktie von TKMS zuletzt unter Druck geriet, richten Anleger den Blick zunehmend auf zwei internationale Großaufträge, die über die künftige Auftragslage des Kieler Marinerüstungskonzerns entscheiden könnten: ein mögliches U-Boot-Geschäft mit Kanada über bis zu zwölf Boote sowie fortgeschrittene Verhandlungen mit Indien über sechs U-Boote plus Option auf drei weitere.

TKMS wurde bei der kanadischen Ausschreibung als bevorzugter Anbieter ausgewählt, ein Vertrag ist jedoch noch nicht unterzeichnet. Firmenchef Oliver Burkhard äußerte sich zuletzt zuversichtlich, dass das Geschäft zustande kommt.

Parallel laufen die finalen Gespräche mit Indien über den Bau von sechs U-Booten, mit der Möglichkeit, den Auftrag um drei weitere Einheiten zu erweitern. Beide Deals sind bislang nicht in den ausgewiesenen Auftragsbestand eingerechnet – kommen sie zustande, würde sich die Auftragspipeline des Unternehmens noch einmal deutlich verlängern.

Auftragsbestand bereits auf Rekordniveau

Schon ohne die beiden potenziellen Großaufträge steht TKMS solide da. Zum Stichtag 30. Juni erreichte der Auftragsbestand mit 20,1 Milliarden Euro ein historisches Hoch. Rechnet man den nach dem Bilanzstichtag unterzeichneten Fregatten-Vertrag mit der Deutschen Marine über 6,3 Milliarden Euro hinzu, liegt das Orderbuch inzwischen bei über 25 Milliarden Euro.

Der Fregatten-Auftrag über vier Schiffe vom Typ MEKO A-200 DEU gilt laut TKMS als größter Überwasser-Auftrag der Firmengeschichte, die Auslieferung des ersten Schiffs ist für Ende 2029 vorgesehen.

Im Rüstungssektor insgesamt zeichnet sich damit eine ungewöhnliche Konzentration ab: Zusammen mit Rheinmetall, das selbst über 100 Milliarden Euro an Auftragsbestand ausweist, kommen die beiden deutschen Unternehmen auf mehr als 125 Milliarden Euro an gesicherten Aufträgen.

Für TKMS bedeutet das eine mehrjährige Visibilität, die dem Unternehmen bei der Kapazitätsplanung entgegenkommt – Vorstandschef Burkhard prüft daher zusätzliche internationale Produktionskapazitäten, unter anderem in Kooperation mit der spanischen Werft Navantia.

Aktie unter Druck trotz starker Auftragslage

Die Kursentwicklung der vergangenen Wochen spiegelt diese operative Stärke bislang nicht wider. Der Titel schloss am Mittwoch bei 84,70 Euro, nach einem Tagesplus von 1,2 Prozent.

Auf Wochensicht steht dennoch ein Rückgang von 7,1 Prozent zu Buche, und zum 52-Wochen-Hoch fehlen mittlerweile 22 Prozent. Anleger scheinen nach der starken Rally des laufenden Jahres Gewinne mitzunehmen, obwohl die fundamentale Auftragslage kaum Anlass für Zweifel liefert.

Belastend wirkte im Sommer zudem ein IT-Sicherheitsvorfall bei der TKMS-Tochter Atlas Elektronik. Die Ransomware-Gruppe „The Gentlemen“ hatte das Unternehmen Ende Juni auf einer Leak-Seite gelistet und behauptet, größere Datenmengen erbeutet zu haben.

TKMS bestätigte gegenüber Radio Bremen, dass ein IT-System von Atlas Elektronik an einem nordamerikanischen Standort betroffen war, betonte aber, es seien keine sicherheitsrelevanten Informationen abgeflossen. Der Konzern sprach von einer isolierten IT-Umgebung im Zusammenhang mit dem US-Militärgeschäft.

Für die weitere Kursentwicklung dürften nun vor allem konkrete Vertragsabschlüsse mit Kanada und Indien den Ausschlag geben. Sollten beide Geschäfte zustande kommen, würde sich der bereits jetzt außergewöhnlich hohe Auftragsbestand von TKMS noch einmal spürbar ausweiten.

Anzeige

TKMS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TKMS-Analyse vom 3. September liefert die Antwort:

Die neusten TKMS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TKMS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

TKMS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

TKMS Aktie

84,70 EUR

+ 1,00 EUR +1,19 %
KGV
KUV 2,34
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 5,38 Mrd. EUR
Ø Kursziel 111,14 EUR
ISIN: DE000TKMS001 WKN: TKMS00

Community Forum zu TKMS

Ähnliche Artikel

BYD zwischen Exportrekord und Preiskrieg-Verbot: Wie tragfähig ist die Auslandsstory?

BYD zwischen Exportrekord und Preiskrieg-Verbot: Wie tragfähig ist die Auslandsstory?

Auto & E-Mobilität ·
Volkswagen vor dem 4. September: Warum der Index-Rauswurf nur das kleinere Problem ist

Volkswagen vor dem 4. September: Warum der Index-Rauswurf nur das kleinere Problem ist

Auto & E-Mobilität ·
Marvell: Analysten uneins über Bewertung

Marvell: Analysten uneins über Bewertung

Earnings ·
BMW Aktie: Abfindungsprogramm soll 8.000 Stellen kosten

BMW Aktie: Abfindungsprogramm soll 8.000 Stellen kosten

Turnaround ·
Nvidia Aktie: Die Apple-Parallele

Nvidia Aktie: Die Apple-Parallele

Nasdaq ·

Weitere Artikel zu TKMS

Alle Artikel anzeigen
TKMS zwischen Fincantieri-Allianz und Auftragspoker: Wie geht es weiter?

TKMS zwischen Fincantieri-Allianz und Auftragspoker: Wie geht es weiter?

Industrie ·
TKMS Aktie: 2,1 Prozent Minus auf 88,20 Euro

TKMS Aktie: 2,1 Prozent Minus auf 88,20 Euro

Rüstung & Luftfahrt ·
TKMS Aktie: Prognose erneut angehoben

TKMS Aktie: Prognose erneut angehoben

Rüstung & Luftfahrt ·
Warum der DAX ausgerechnet ohne Tech-Fantasie Rekorde feiert

Warum der DAX ausgerechnet ohne Tech-Fantasie Rekorde feiert

Industrie ·
TKMS Aktie: 6,3-Milliarden-Auftrag unterzeichnet

TKMS Aktie: 6,3-Milliarden-Auftrag unterzeichnet

Rüstung & Luftfahrt ·