Zwei potenzielle Mega-Aufträge, ein Auftragsbestand jenseits der 20-Milliarden-Euro-Marke und eine angehobene Jahresprognose: thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) befindet sich in einer strategisch starken Ausgangsposition. Die entscheidenden Monate für den Marineschiffbauer stehen unmittelbar bevor.
Kanada und Indien: Milliarden-Aufträge in Reichweite
Das größte Einzelprojekt in der Unternehmensgeschichte wartet in Kanada. TKMS bewirbt sich um den Bau von bis zu zwölf U-Booten zur Ablösung der alternden Victoria-Klasse – ein Auftragsvolumen von geschätzt 37 Milliarden Euro. Im Rennen verblieben ist neben TKMS nur noch der südkoreanische Konzern Hanwha Ocean. Die finale Entscheidung der kanadischen Regierung wird zwischen Mai und Juni erwartet.
Um seine Chancen zu verbessern, setzt TKMS auf lokale Wertschöpfung – ein entscheidender Faktor bei staatlichen Rüstungsvergaben. Anfang März unterzeichnete das Unternehmen eine Vereinbarung mit dem kanadischen Technologiekonzern CAE für Trainings- und Wartungslösungen. Bereits im Februar hatte TKMS eine Partnerschaft mit Magellan Aerospace für die lokale Produktion von Schwertorpedos bekannt gegeben.
Parallel dazu ist TKMS in Indien der einzige verbliebene Bieter für sechs Diesel-Elektro-U-Boote. Der verhandelte Projektwert liegt bei umgerechnet rund 8 bis 9 Milliarden US-Dollar. Die Kostenverhandlungen mit dem indischen Verteidigungsministerium und der staatlichen Werft Mazagon Dock Shipbuilders sind abgeschlossen. Bevor der Vertrag unterzeichnet werden kann, muss das Projekt noch das Cabinet Committee on Security unter Leitung des Premierministers passieren. Die ursprünglich für Ende März geplante Unterzeichnung verschiebt sich ins neue indische Fiskaljahr.
Starke Quartalszahlen als Fundament
Die operative Basis stimmt: Im ersten Quartal 2025/26 erzielte TKMS einen Umsatz von 545 Millionen Euro bei einer verbesserten Bruttomarge von 17 Prozent – nach 15,2 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der freie Cashflow lag mit plus 33 Millionen Euro im positiven Bereich.
Auf dieser Grundlage hob das Unternehmen seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr an: Statt ursprünglich -1 bis +2 Prozent erwartet TKMS nun ein Wachstum zwischen +2 und +5 Prozent. Ein kürzlich eingegangener Folgeauftrag aus Norwegen hat den Auftragsbestand inzwischen auf über 20 Milliarden Euro getrieben.
Auch im deutschen F-127-Fregatten-Programm ist TKMS der einzige verbliebene Bieter. Technologisch setzte das Unternehmen zuletzt ein sichtbares Zeichen: Die autonome Unterwasserdrohne „BlueWhale“ – ein 5,5-Tonnen-Fahrzeug mit einer Tauchtiefe von bis zu 300 Metern und einer Autonomiezeit von zwei bis drei Wochen – wurde an die Deutsche Marine übergeben.
Um die wachsende Auftragspipeline zu bewältigen, baut TKMS die Werft in Wismar zur Hybridanlage für U-Boote, Fregatten und Spezialschiffe aus. Die Teilproduktion soll noch 2026 anlaufen.
Die Aktie notiert mit einem Plus von rund 37 Prozent seit Jahresbeginn deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 93,82 Euro. Am 11. Mai 2026 folgen die Zahlen zum zweiten Quartal – kurz darauf fällt in Kanada die Entscheidung über den potenziell größten Auftrag der Unternehmensgeschichte. Ein Zuschlag würde die Kapazitätsauslastung der Werften und das Umsatzwachstum für das nächste Jahrzehnt maßgeblich absichern.
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