thyssenkrupp Marine Systems sammelt Rüstungsaufträge, als gäbe es kein Morgen. Zwei Großprojekte auf verschiedenen Kontinenten, ein Rekord-Auftragsbestand und eine angehobene Prognose — der Kieler U-Boot-Bauers hat selten so viele Weichen gleichzeitig gestellt.
Indien, Kanada, Deutschland: Die Pipeline füllt sich
In Indien unterzeichnete TKMS ein Partnerschaftsabkommen mit dem Verteidigungsunternehmen VEM Technologies zur gemeinsamen Produktion von Schwergewichtstorpedos. Das Abkommen bedient Indiens „Make in India“-Strategie und zielt zunächst auf die bestehende U-Boot-Flotte ab — mittelfristig soll ein Joint Venture die Systeme auch in Drittmärkte exportieren.
Noch bedeutsamer ist das parallele Engagement auf höherer Ebene: Die Verhandlungen mit dem indischen Verteidigungsministerium über sechs Diesel-Elektro-U-Boote im Wert von rund 8 bis 9 Milliarden US-Dollar sind abgeschlossen. TKMS ist der einzige Bieter. Die Vertragsunterzeichnung, ursprünglich für Ende März geplant, wartet auf die Freigabe durch das Cabinet Committee on Security.
Noch größer ist das Potenzial in Kanada. Ottawa entscheidet zwischen Mai und Juni 2026 über den Kauf von zwölf konventionellen U-Booten — Auftragsvolumen: bis zu 37 Milliarden Euro. TKMS bewirbt sich mit seiner für arktische Einsätze ausgelegten 212CD-Klasse und steht noch einem einzigen Konkurrenten gegenüber: dem südkoreanischen Konzern Hanwha Ocean. Zur Stärkung der eigenen Position schloss TKMS zuletzt Teaming-Vereinbarungen mit dem Simulationsspezialisten CAE sowie mit Magellan Aerospace für die lokale Torpedoproduktion.
Im Heimatmarkt ist TKMS beim deutschen F-127-Fregatten-Programm mittlerweile der einzige verbliebene Bieter. Parallel baut das Unternehmen den Standort Wismar zu einer Hybridanlage für U-Boote und Fregatten aus — die Teilproduktion soll noch Ende 2026 anlaufen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei TKMS?
Solide Basis, ambitionierte Ziele
Das operative Fundament ist belastbar. Im ersten Quartal 2026 erzielte TKMS einen Umsatz von 545 Millionen Euro bei einer Bruttomarge von 17 Prozent. Der Auftragsbestand wuchs um 13 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro und überschreitet nach einem Folgeauftrag aus Norwegen inzwischen die Marke von 20 Milliarden Euro.
Die Jahresprognose hob das Unternehmen auf ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an — zuvor hatte TKMS lediglich minus eins bis plus zwei Prozent erwartet. Das Ziel einer operativen Marge von über 6 Prozent wurde bekräftigt. Für das Geschäftsjahr 2027 signalisierte der Vorstand erstmals die Absicht, eine Dividende vorzuschlagen. Mittelfristig peilt TKMS eine bereinigte EBIT-Marge von über 7 Prozent und ein jährliches Umsatzwachstum von rund zehn Prozent an.
Die Aktie notiert mit rund 90 Euro gut 10 Prozent unter ihrem Allzeithoch vom Januar und unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts — der RSI von 32 deutet auf eine überverkaufte technische Lage hin. Am 11. Mai folgen die nächsten Quartalszahlen. Unmittelbar danach fällt in Kanada die Vergabeentscheidung über jenes Projekt, das die gesamte Wachstumsstory von TKMS auf eine neue Größenordnung heben könnte.
TKMS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TKMS-Analyse vom 14. März liefert die Antwort:
Die neusten TKMS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TKMS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
TKMS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
