TKMS Aktie: Rüstungsboom treibt Rally

TKMS hebt nach starken Neunmonatszahlen die Jahresprognose erneut an. Der Auftragsbestand von 20 Milliarden Euro treibt die Aktie auf ein Rekordhoch.

Dieter Jaworski ·
TKMS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzprognose deutlich angehoben
  • Auftragsbestand erreicht 20 Milliarden Euro
  • Kanada-Deal als nächster Kurstreiber
  • Aktie legt seit Jahresbeginn stark zu

Am Mittwoch reicht eine Zahl, um die TKMS-Aktie zeitweise über die 100-Euro-Marke zu katapultieren: 20 Milliarden Euro Auftragsbestand. Der Marineschiffbauer hebt seine Jahresprognose zum zweiten Mal an und übertrifft dabei die Erwartungen der Analysten. Die Aktie legt in der Spitze rund 15 Prozent zu, seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von knapp 50 Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet TKMS nun mit einem Umsatzwachstum von 10 bis 12 Prozent statt bisher 2 bis 5 Prozent. Die bereinigte Ebit-Marge soll auf bis zu 6,5 Prozent steigen, nach zuvor über 6 Prozent in Aussicht gestellten Werten. In den ersten neun Monaten wuchs der Umsatz um 19 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro, das bereinigte Ebit kletterte von 98 auf 110 Millionen Euro.

Woher der Schub kommt

Vor allem die Sparten Atlas Elektronik und Überwasserschiffe treiben das Wachstum, während das U-Boot-Geschäft moderater zulegt. Im Segment Submarines, dem größten Baustein im Orderbuch, stieg das bereinigte Ebit laut Konzernchef Oliver Burkhardt um 300 Prozent. Als Nachfrage-Treiber nannte er unter anderem neue Anfragen aus Anrainerstaaten des Persischen Golfs infolge des Iran-Kriegs, etwa zur Minenräumung.

Der Auftragseingang selbst ging in den ersten neun Monaten von 8,6 auf 3,6 Milliarden Euro zurück – allerdings hatte TKMS im Vorjahr von zwei Großaufträgen profitiert. Nach Quartalsende kam der bislang größte Überwasser-Auftrag der Unternehmensgeschichte hinzu: ein Fregatten-Vertrag für die Deutsche Marine mit Optionen auf weitere Schiffe, der erst im vierten Quartal verbucht wird.

Bernstein-Analyst Adrien Rabier sprach von „sehr starken Quartalszahlen“ und hält es für möglich, dass TKMS im nächsten Quartal seine mittelfristigen Ziele weiter anhebt. MWB-Analyst Jens-Peter Rieck verwies darauf, dass das Management den Hinweis auf eine „Beschleunigung des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte“ aus der mittelfristigen Prognose gestrichen habe – ein Indiz, dass intern von einem Wachstum oberhalb der bisher genannten zehn Prozent pro Jahr ausgegangen wird.

Nächste Großaufträge in Sicht

TKMS gilt zudem als bevorzugter Bieter für bis zu zwölf U-Boote im Rahmen des kanadischen U-Boot-Programms, dessen Volumen allein für die Boote auf über 15 Milliarden Euro taxiert wird. Burkhardt hofft, den Vertrag bis Jahresende final abzuschließen. Weitere Projekte werden aus Indien, Brasilien und Deutschland erwartet.

Beim Ausbau der eigenen Kapazitäten geht TKMS selektiv vor: Das Angebot für die German Naval Yards Kiel, an der auch Rheinmetall Interesse zeigt, wurde Ende Juli zurückgezogen, weil die Parameter laut Burkhardt nicht mehr zusammenpassten. Stattdessen prüft das Unternehmen internationale Kooperationen, etwa die Nutzung von Produktionskapazitäten der spanischen Werft Navantia, während der Werft-Hochlauf in Wismar weiterläuft.

An den mittelfristigen Zielen hält der Vorstand fest, inklusive einer geplanten Margensteigerung auf über 7 Prozent. Ob der Kanada-Deal wie von Burkhardt erhofft noch in diesem Kalenderjahr unterschriftsreif wird, dürfte der nächste Kurstreiber für die Aktie sein.

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TKMS Aktie

96,00 EUR

+ 7,50 EUR +8,47 %
KGV
KUV 2,46
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
Ø Kursziel 99,71 EUR
ISIN: DE000TKMS001 WKN: TKMS00

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