TKMS Aktie: Umsatz um 19 Prozent auf 1,9 Milliarden
TKMS verzeichnet dank Nahost-Nachfrage und Fregattenaufträgen einen Rekordauftragsbestand von 20,1 Mrd. Euro und hebt die Jahresprognose erneut an.

Kurz zusammengefasst
- Rekordauftragsbestand von 20,1 Mrd. Euro
- Umsatz steigt um 19 Prozent
- Jahresprognose erneut angehoben
- Kanada-Auftrag noch offen
Der Iran-Krieg hat die Nachfrage nach Minenabwehr-Technologie aus dem Nahen Osten spürbar erhöht. Das teilte TKMS mit den Zahlen zu den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 mit. Der CEO des Unternehmens verwies laut Reuters ausdrücklich auf dieses Marinesegment als Wachstumstreiber der Region.
Die Nachricht reiht sich in ein insgesamt kräftiges Auftragsbild ein. TKMS meldete für die ersten neun Monate einen historisch hohen Auftragsbestand von 20,1 Milliarden Euro und verwies auf gute Projektfortschritte sowie eine verbesserte operative Performance. Zu den jüngsten Großaufträgen zählt der Auftrag der Deutschen Marine über vier MEKO A200-Fregatten, verbunden mit einer Option auf vier weitere Einheiten.
Zahlen bestätigen den Trend
Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um 19 Prozent auf 1.890 Millionen Euro, nach 1.587 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBIT legte um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro zu. Im Segment Submarines erreichte TKMS ein bereinigtes EBIT von 46 Millionen Euro – Reuters und das Unternehmen führten dies auf höhermargige Neubauprojekte und rückläufige Belastungen aus älteren Vorhaben zurück.
Auf Basis dieser Entwicklung hatte TKMS vor gut einer Woche die Jahresprognose zum zweiten Mal binnen sechs Monaten angehoben: Statt eines Umsatzwachstums von 2 bis 5 Prozent erwartet das Unternehmen nun 10 bis 12 Prozent, die Zielmarge für das bereinigte EBIT stieg auf bis zu 6,5 Prozent.
Reuters berichtete, die Aktie sei damals deutlich gesprungen, zeitweise um bis zu 15,7 Prozent im Tagesverlauf. Analysten reagierten mit Kurszielanhebungen auf diese Zahlen – ein Thema, das inzwischen verarbeitet ist und dessen Wirkung sich seither wieder etwas abgeschwächt hat.
Kanada bleibt offener Punkt
Neben der Nahost-Nachfrage und dem europäischen Fregattengeschäft steht weiterhin das Canadian Patrol Submarine Program im Raum. TKMS wurde als bevorzugter Bieter für das Programm ausgewählt, das laut Reuters ein Volumen von bis zu zwölf U-Booten umfassen könnte. Eine endgültige Vertragsentscheidung steht noch aus, würde das Auftragsbuch aber erheblich erweitern.
Trotz der Flut an Aufträgen sah das Unternehmen laut Reuters-Berichterstattung bislang keine Kapazitätsengpässe – ein Aspekt, den TKMS im Zuge der angehobenen Jahresprognose betonte.
Kursreaktion bleibt verhalten
Am heutigen Mittwoch notiert die Aktie bei 90,90 Euro und gibt damit 0,4 Prozent nach. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 6,2 Prozent zu Buche, während sich das Papier auf Monatssicht mit einem Plus von 9,8 Prozent noch deutlich fester zeigt.
Seit Jahresbeginn liegt TKMS mit 37 Prozent im Plus, notiert aber weiterhin 16 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro. Die operativen Fortschritte in Nahost und bei den europäischen Marineprogrammen liefern damit weiter Substanz, während die Aktie nach der jüngsten Rally konsolidiert.
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