Trump und Xi verhandeln in Washington über Handel und KI
Beim Treffen in Washington stehen die Verlängerung der Zollruhe, ein KI-Sicherheitsdialog und offene Streitpunkte im Handel im Mittelpunkt.

Kurz zusammengefasst
- Zollruhe läuft Anfang November aus
- USA schlagen gemeinsames KI-Meldesystem vor
- Chinas Überschuss über einer Billion Dollar
- Yuan erreicht stärksten Stand seit 2023
Vor dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington steht vor allem die Verlängerung des bestehenden Zollstillstands auf dem Spiel. Peking reist mit einer starken Verhandlungsposition an, da Chinas Exportwirtschaft ungeachtet aller Spannungen wächst. Für das Weiße Haus geht es bei den Gesprächen am Donnerstag vor allem darum, neue Reibungspunkte einzudämmen und Regeln für künstliche Intelligenz abzustecken.
Annäherung bei künstlicher Intelligenz
In New York schlossen US-Finanzminister Scott Bessent und der chinesische Vize-Premier He Lifeng am Sonntag vorbereitende Gespräche ab. Die US-Seite legte dabei den Vorschlag für ein gemeinsames Meldesystem zur KI-Sicherheit vor. Der Mechanismus soll gemeinsame Ziele sowie Risiken erfassen und für mehr Transparenz zwischen den beiden führenden Technologie-Nationen sorgen.
Eine offizielle Reaktion aus Peking steht bislang aus. Neben Sicherheitsfragen im Tech-Sektor drängt vor allem die Zeit im Handelskonflikt: Die im Vorjahr vereinbarte Waffenruhe läuft Anfang November aus. Das Treffen der Staatschefs bietet eine der letzten Gelegenheiten, die Frist ohne neue Zölle zu verlängern.
Chinas Exporte stärken Pekings Position
Chinas Außenhandel präsentiert sich trotz westlicher Barrieren robust. Der weltweite Handelsüberschuss des Landes steuert das zweite Jahr in Folge auf über eine Billion Dollar zu. Von rund 6.500 Produktkategorien, die China in die USA liefert, verzeichnete mehr als die Hälfte im laufenden Jahr 2026 Zuwächse gegenüber dem Vorjahr.
In Washington ist der Handlungsspielraum enger. Der seit fast sieben Monaten andauernde militärische Konflikt mit dem Iran belastet Trumps Zustimmungswerte im Inland. Marktbeobachter rechnen vor diesem Hintergrund kaum damit, dass Peking zu größeren Zugeständnissen bereit ist, sondern vielmehr den bestehenden Zustand fortschreiben will.
Yuan markiert Höchststand vor Verhandlungen
Die Währungsmärkte reagierten bereits auf die anstehende Spitzenbegegnung. Der chinesische Yuan kletterte im frühen asiatischen Handel auf 6,6957 je Dollar und erreichte damit den stärksten Stand seit Januar 2023. Die Notenbank in Peking setzte ihren täglichen Referenzkurs auf 6,7487 fest und bremste die Währungsaufwertung spürbar weniger als in den Vormonaten.
Ein festerer Wechselkurs verringert im Vorfeld diplomatischer Gespräche den Vorwurf unfairer Währungsvorteile. Um die Beziehungen über den Gipfel hinaus zu stabilisieren, müssen beide Regierungen allerdings auch Konflikte um Lieferverbote von KI-Halbleitern und Vereinbarungen über Agrarlieferungen beilegen, bevor das Handelsabkommen im November ausläuft.