TSMC Aktie: 2-Nanometer-Chips treiben Marge
Höhere Margen und ein wachsender Beitrag der 2-Nanometer-Fertigung prägen TSMCs drittes Quartal trotz schwieriger Märkte.
Kurz zusammengefasst
- Nettogewinn wächst um 68,7 Prozent
- Bruttomarge erreicht 66,4 Prozent
- 2-Nanometer-Anteil steigt auf acht Prozent
- KI-Geschäft legt zum Vorquartal 22 Prozent zu
Der Chipfertiger liefert starke Zahlen, doch das Umfeld ist rau. Während TSMC im dritten Quartal Erwartungen übertrifft, belasten höhere US-Inflationsdaten und Zinssorgen die Technologiewerte weltweit. Der Nasdaq gab gestern fast zwei Prozent nach, in Asien setzte sich der Ausverkauf bei KI- und Chipwerten fort.
Marge übertrifft die eigene Prognose
Der Nettogewinn stieg auf 763,06 Milliarden Taiwan-Dollar, ein Plus von 68,7 Prozent zum Vorjahr und gut zwei Prozent über der Konsensschätzung. Je ADR verdiente TSMC 4,60 Dollar, erwartet waren rund 4,42 Dollar. Der Umsatz lag mit 46,72 Milliarden Dollar über der Obergrenze der eigenen Prognose.
Besonders auffällig: die Profitabilität. Die Bruttomarge erreichte 66,4 Prozent, die operative Marge 58,7 Prozent. Angekündigt waren höchstens 58 Prozent, und das trotz der teuren Anlaufphase der 2-Nanometer-Fertigung. Deren Anteil am Waferumsatz sprang von drei auf acht Prozent.
Hochleistungsrechner, also das KI-Geschäft, wuchsen zum Vorquartal um 22 Prozent und machen inzwischen 68 Prozent des Umsatzes aus. Zum zweiten Quartal legte der Nettogewinn nur um acht Prozent zu. Dort steckten allerdings einmalige Erträge aus der Beteiligung an Vanguard International Semiconductor.
Investitionen und Chartbild
Der Mittelzufluss nach Investitionen stieg deutlich, von 287,36 auf 476,57 Milliarden Taiwan-Dollar. Beim Investitionsbudget von 60 bis 64 Milliarden Dollar bleibt noch viel zu tun: Um es auszuschöpfen, müsste TSMC im vierten Quartal zwischen 19,36 und 23,36 Milliarden Dollar ausgeben, im dritten waren es 13,84 Milliarden. Den Ausblick nennt der Konzern in der laufenden Telefonkonferenz.
Vorbörslich notiert die Aktie in Deutschland bei rund 380 Euro. Die erste Unterstützung liegt bei 379 Euro (50-Tage-Linie), knapp darunter bei 376 Euro die 100-Tage-Linie.
Der Aufwärtstrend ist intakt. Fällt die Zone zwischen 376 und 379 Euro, rückt die 200-Tage-Linie bei 343 Euro in den Blick. Nach oben markieren die Hochs von Juni und Juli um 420 Euro den Widerstand.
Ob die starken Zahlen den Gegenwind an den Märkten überlagern, entscheidet sich heute vor allem am Ausblick für das vierte Quartal und an der Reaktion der US-Anleger, nachdem das ADR gestern bei 430 Dollar geschlossen hatte.
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