TSMC Aktie: 77,4 Prozent Gewinnsprung im Q2
TSMC meldet Rekordgewinn und hebt Umsatzprognose auf über 40 Prozent an. Milliarden-Investitionen in US-Werke belasten kurzfristig die Marge.

Kurz zusammengefasst
- Rekordnettogewinn im zweiten Quartal
- Umsatzprognose auf über 40 Prozent angehoben
- Milliarden-Investitionen in Arizona geplant
- Kurzfristiger Margendruck durch Expansion
Der Halbleiter-Gigant Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) hat nach einem Rekordquartal seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2026 deutlich nach oben korrigiert. Getrieben von der ungebrochenen Nachfrage nach KI-Chips rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatzwachstum von über 40 Prozent. Zuvor war der Konzern von einem Plus zwischen 30 und 35 Prozent ausgegangen. Parallel dazu kündigte die Geschäftsführung eine erhebliche Ausweitung der Investitionen an, um die Marktführerschaft bei modernsten Fertigungsprozessen zu festigen.
Rekordzahlen durch boomendes KI-Geschäft
Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete TSMC einen Sprung beim Nettogewinn um 77,4 Prozent auf einen Rekordwert von 706,56 Milliarden NT$. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 36 Prozent auf 1,27 Billionen NT$ (rund 40,2 Milliarden US-Dollar). Besonders stark zeigte sich das Segment für Hochleistungsrechnen (HPC), das mittlerweile 66 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht und im Vergleich zum Vorquartal um 20 Prozent zulegte. Laut Berichten von TrendForce übertraf die Bruttomarge mit 67,7 Prozent die ursprüngliche Prognose des Managements.
Technologisch setzt TSMC zunehmend Maßstäbe bei kleinsten Strukturbreiten. Die fortschrittlichen Knoten von 7 Nanometern (nm) und darunter machten im abgelaufenen Quartal 77 Prozent des gesamten Wafer-Umsatzes aus. Bemerkenswert ist dabei der erste kommerzielle Umsatzbeitrag der neuen 2nm-Technologie, die bereits 3 Prozent zum Wafer-Erlös beisteuerte. CEO C.C. Wei betonte in diesem Zusammenhang, dass es für Wettbewerber „keine Abkürzungen“ gebe, um den technologischen Vorsprung aufzuholen; allein die Entwicklung des A14-Prozesses nehme fünf bis sieben Jahre in Anspruch.
Milliardenschwere Expansion in den USA und Taiwan
Um der weltweiten Nachfrage gerecht zu werden, erhöht TSMC seine geplanten Kapitalausgaben (Capex) für das Jahr 2026 auf 60 bis 64 Milliarden US-Dollar. Ursprünglich war ein Rahmen von 52 bis 56 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Ein erheblicher Teil dieser Mittel fließt in den Standort Arizona. Dort investiert das Unternehmen zusätzliche 100 Milliarden US-Dollar, wodurch sich das Gesamtengagement in den USA auf 265 Milliarden US-Dollar erhöht. Geplant sind vier weitere Fabriken für die 2nm-Fertigung sowie Kapazitäten für fortschrittliches Packaging.
Auch im Heimatmarkt Taiwan bleibt das Tempo hoch. Dort befinden sich laut Taipei Times aktuell 13 Fabriken für modernste Prozesse und Packaging im Bau. Die Investitionsoffensive spiegelt die Erwartung wider, dass die KI-Nachfrage bis mindestens 2029 oder 2030 auf einem hohen Niveau stabil bleiben wird. C.C. Wei erklärte, dass das Unternehmen die US-Nachfrage auf Jahre hinaus kaum vollständig decken könne.
Margendruck bremst die Kursreaktion
Trotz der starken operativen Entwicklung reagierte der Aktienmarkt verhalten. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 356,50 € liegt der Wert aktuell etwa -15,22 % unter seinem 52-Wochen-Hoch. Analysten führen den kurzfristigen Kursdruck auf Sorgen über eine mögliche Margenverwässerung zurück. Der schnelle Hochlauf der 2nm-Produktion sowie die höheren Betriebskosten der Auslandsfabriken dürften die Bruttomarge im zweiten Halbjahr 2026 um drei bis vier Prozentpunkte belasten. CFO Wendell Huang bestätigte, dass die globale Expansion und die Anlaufkosten neuer Knoten kurzfristig auf die Profitabilität drücken.
Dennoch bleibt das Analystenecho positiv. Mehdi Hosseini von Susquehanna bekräftigte sein Kaufurteil und hob das Kursziel auf 600 US-Dollar an, da die langfristige Nachfrage die kurzfristigen Margenrisiken überwiege. Auch KGI Securities erhöhte das Kursziel für die in Taiwan gelisteten Papiere. Langfristig profitiert TSMC von seiner Dominanz im Foundry-Markt, in dem das Unternehmen Mitte 2026 einen Marktanteil von über 70 Prozent hält. Seit Jahresanfang verzeichnete die Aktie bereits einen Wertzuwachs von 30,59 %. Die Dividendenpolitik soll ebenfalls gestärkt werden: Laut Finanzvorstand Huang werden die Ausschüttungen in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter steigen.
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