TSMC Aktie: Allianz für optische Chip-Verbindungen gegründet
TSMC bündelt über 30 Unternehmen für optische Chipverbindungen und erreicht bei 2-Nanometer-Wafern bereits 20.000 Stück monatlich.

Kurz zusammengefasst
- Photonik-Bündnis mit über 30 Branchengrößen
- Optische Verbindungen sollen Stromverbrauch senken
- N2-Fertigung erreicht 20.000 Wafer monatlich
- TSMC steigert Foundry-Marktanteil auf 69,9 Prozent
Der weltweit führende Halbleiterhersteller TSMC festigt seine technologische Spitzenposition durch den Aufbau eines neuen industriellen Ökosystems. Wie das taiwanische Wirtschaftsministerium am heutigen Sonntag mitteilte, wurde eine Allianz für die sogenannte Silicon-Photonics-Technologie ins Leben gerufen.
Dem Bündnis gehören neben TSMC mehr als 30 Branchengrößen an, darunter der Verpackungsspezialist ASE, der Elektronikkonzern Foxconn und der Chipdesigner MediaTek. Ziel der Kooperation ist der Durchbruch bei der optischen Datenübertragung direkt auf dem Chip-Package (Co-Packaged Optics, CPO), um die physikalischen Grenzen herkömmlicher Kupferverbindungen zu überwinden.
Die neue Technologie soll den Stromverbrauch bei der Datenübertragung um 30 bis 50 Prozent senken. Dies gilt als entscheidender Faktor, um die rasant steigenden Rechenanforderungen für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) in Rechenzentren bewältigen zu können.
Taiwan kontrolliert bereits heute rund 90 Prozent der weltweiten Kapazitäten für fortschrittliche Fertigungsprozesse unterhalb von 7 Nanometern und über die Hälfte des Marktes für Montage und Testung (OSAT). Mit der neuen Allianz will der Standort die Kontrolle über die gesamte Lieferkette für optische Halbleiterlösungen sichern.
Massiver Hochlauf der 2-Nanometer-Produktion
Parallel zur Entwicklung neuer Verbindungstechnologien treibt TSMC die nächste Prozessgeneration voran. In der Fab 20 hat die Fertigung im N2-Verfahren (2 Nanometer) ein Volumen von monatlich 20.000 Wafern erreicht.
Obwohl dieser Knoten derzeit erst rund 3 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt — während die 3-Nanometer-Technologie 30 Prozent und 5-Nanometer-Chips 33 Prozent ausmachen —, ist das Kundeninteresse außergewöhnlich hoch. Medienberichten zufolge verzeichnet das N2-Verfahren bereits jetzt viermal so viele Design-Abschlüsse (Tape-outs) wie die Vorgängergeneration N3 zum vergleichbaren Zeitpunkt.
Zu den ersten Großkunden für die 2-Nanometer-Chips zählen Apple für den kommenden A20 Pro Prozessor sowie AMD für die EPYC-Server-Plattform mit dem Codenamen „Venice“. Die neue Technologie verspricht bei gleicher Leistung eine Reduzierung der Leistungsaufnahme um 30 Prozent oder alternativ einen Performance-Schub von 15 Prozent.
Am Freitag schloss das Papier im deutschen Handel bei 369,00 Euro, was einem Tagesplus von 2,9 Prozent entspricht. Trotz der jüngsten Kursgewinne notiert der Wert noch immer 12 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 420,50 Euro.
Marktbeherrschung und massive Investitionen der Cloud-Riesen
Aktuelle Branchendaten unterstreichen die dominante Stellung des Konzerns im Foundry-Markt. Im Jahr 2025 konnte TSMC seinen Marktanteil auf 69,9 Prozent ausbauen, nachdem er im Vorjahr noch bei 64,4 Prozent gelegen hatte. Der Umsatz kletterte in diesem Zeitraum um 36,1 Prozent auf 122,543 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Der zweitplatzierte Konkurrent Samsung kommt lediglich auf einen Marktanteil von 7,2 Prozent.
Diese Vormachtstellung trifft auf eine ungebrochene Investitionsbereitschaft der großen Technologiekonzerne. Analysten von Morgan Stanley erwarten, dass die Investitionsausgaben (Capex) der großen Cloud-Anbieter für die KI-Infrastruktur im Jahr 2027 die Marke von einer Billion US-Dollar überschreiten werden.
Impulse kommen zudem von der Software-Seite: Die Veröffentlichung des neuen KI-Modells „GPT-6 Astra“ durch OpenAI am vergangenen Donnerstag hat die Nachfrageerwartungen für spezialisierte Hardware im gesamten Sektor erneut befeuert.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Die fundamentale Bewertung des Unternehmens wird am Markt derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der erwarteten Gewinne von 20 bis 24 taxiert. Experten verweisen dabei auf die Bruttomarge von rund 60 Prozent und das erwartete Umsatzwachstum von über 30 Prozent. Analysten an der Wall Street rufen für die in den USA gehandelten Hinterlegungsscheine (ADRs) derzeit Kursziele in einer Spanne von 520 bis 590 US-Dollar auf.
Zusätzliche Stabilität verspricht die globale Diversifizierung der Produktion. Im Rahmen des European Chips Act entstehen derzeit Investitionen von über 80 Milliarden Euro in Europa. Das Flaggschiffprojekt ESMC in Dresden, an dem TSMC einen Anteil von 70 Prozent hält, ist mit einem Volumen von mehr als 10 Milliarden Euro ein zentraler Baustein dieser Strategie.
Anleger blicken zudem auf den kommenden Dienstag, an dem Apple neue Hardware vorstellen will, was traditionell als Indikator für die Auslastung der TSMC-Fabriken im vierten Quartal gilt. Die Aktie weist derzeit einen komfortablen Abstand von 15 Prozent zu ihrem 200-Tage-Durchschnitt auf.
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