TSMC Aktie: Ausblick rauf, Kurs runter
TSMC übertrifft Gewinnerwartungen und hebt Umsatzprognose an, doch der Aktienkurs fällt aufgrund von Investitions- und Bewertungssorgen.
Kurz zusammengefasst
- Gewinn übertrifft Börsenerwartungen
- Umsatzprognose auf über 40 Prozent angehoben
- Investitionsbudget auf bis zu 64 Milliarden erhöht
- Kursrückgang trotz operativer Stärke
Bessere Zahlen als erwartet, eine angehobene Prognose – und trotzdem gibt die Aktie nach. Bei TSMC klafft gerade eine auffällige Lücke zwischen operativer Stärke und Kursreaktion.
Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als von der Börse erwartet, obwohl die Messlatte bereits hoch lag. Der Umsatz kletterte um 33,7 Prozent, die Bruttomarge erreichte starke 67,7 Prozent. Für ein Unternehmen dieser Größenordnung sind das Werte, die viele Wettbewerber nur aus der Ferne beobachten können.
Höhere Prognose, mehr Investitionen
TSMC traut sich für das laufende Jahr sogar noch mehr zu. Statt der bisher in Aussicht gestellten mehr als 30 Prozent Umsatzwachstum in US-Dollar peilt der Konzern nun ein Plus von über 40 Prozent an. Parallel dazu wandert auch das Investitionsziel nach oben: 60 bis 64 Milliarden Dollar sollen 2026 in neue Anlagen und Technologien fließen, acht Milliarden mehr als bislang geplant. Der anhaltende KI-Boom bei Chipbestellungen liefert dafür die Begründung.
Warum reagiert die Aktie darauf trotzdem mit Abgaben? Der Umsatz lag zwar über dem Konsens, aber nur leicht – nach den zuletzt sehr optimistischen Erwartungen reichte das offenbar nicht für eine Kursrally. Hinzu kommt die steigende Investitionssumme selbst: Sie nährt die Sorge, dass die Branche mittelfristig in Überkapazitäten laufen könnte, sollte sich das KI-Nachfragetempo einmal abkühlen. Bei einem 12-Monats-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26 ist zudem wenig Spielraum für Enttäuschungen eingepreist – für einen Halbleiterhersteller ein ambitionierter Wert.
Die Kursschwäche bei TSMC strahlte am Berichtstag auch auf andere Chiptitel in Asien aus. Nach der bereits optimistischen Prognoseanhebung von ASML zuvor hatte die Branche insgesamt hohe Erwartungen aufgebaut – Erwartungen, die nun offenbar schwerer zu übertreffen sind als die reinen Geschäftszahlen selbst.
Für die kommenden Quartale bleibt die erhöhte Investitionssumme der zentrale Beobachtungspunkt. Ob TSMC die zusätzlichen Milliarden in eine anhaltend hohe Nachfrage investiert oder ob sich die Kapazitätssorgen der Anleger bewahrheiten, dürfte sich an den nächsten Auslastungszahlen ablesen lassen.
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