TSMC Aktie: CoWoS-Kapazität bis 2028 verdoppelt
TSMC meldet im August 514,8 Milliarden Taiwan-Dollar Umsatz. Marktanteil und Nachfrage steigen, während der Kapazitätsausbau geplant wird.

Kurz zusammengefasst
- August-Umsatz erstmals über 500 Milliarden
- Vierter Rekordmonat in direkter Folge
- TSMC erreicht 72,5 Prozent Marktanteil
- CoWoS-Ausbau bis 2028 geplant
Der weltgrößte Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) hat im August erstmals die Marke von 500 Milliarden Taiwan-Dollar beim Monatsumsatz überschritten. Mit einem Erlös von 514,8 Milliarden Taiwan-Dollar erzielte das Unternehmen den vierten Rekordmonat in Folge und steigerte seine Einnahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 53,3 Prozent.
Diese Zahlen unterstreichen die dominante Stellung des Konzerns im Halbleitermarkt, in dem TSMC laut Daten von TrendForce im zweiten Quartal 2026 einen Marktanteil von 72,5 Prozent erreichte.
Wachsender Vorsprung vor der Konkurrenz
Die jüngsten Marktdaten verdeutlichen die zunehmende Kluft zwischen dem Branchenführer aus Taiwan und seinen Verfolgern. Während TSMC seinen Marktanteil von 72,3 Prozent im Vorquartal auf nun 72,5 Prozent ausbauen konnte, verlor der wichtigste Rivale Samsung Boden und kommt nur noch auf 5,9 Prozent.
Auch der chinesische Anbieter SMIC liegt mit 5,4 Prozent deutlich zurück. Der gesamte Foundry-Umsatz der zehn führenden Anbieter stieg im zweiten Quartal auf den Rekordwert von rund 53,5 Milliarden US-Dollar, wobei TSMC allein etwa 40,2 Milliarden US-Dollar beisteuerte.
Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Kursplus von 1,4 Prozent und ging bei 374,00 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertzuwachs damit auf 46 Prozent. Trotz der jüngsten Erfolge notiert das Papier mit einem Abschlag von 11 Prozent noch unter seinem 52-Wochen-Hoch von 420,50 Euro, das Anfang Juli erreicht wurde.
Kapazitätsausbau und Preiserhöhungen im Fokus
Um der anhaltenden Nachfrage nach Hochleistungschips für künstliche Intelligenz gerecht zu werden, plant das Unternehmen eine massive Ausweitung seiner Kapazitäten. Medienberichten zufolge soll die monatliche Produktion bei den sogenannten CoWoS-Verfahren (Chip-on-Wafer-on-Substrate) von derzeit etwa 130.000 Einheiten bis Ende 2028 auf 260.000 verdoppelt werden.
Schwerpunkte dieser Expansion sind neue Standorte in Arizona sowie Anlagen in Taiwan. Parallel dazu gibt es Berichte über geplante Preiserhöhungen von bis zu 10 Prozent für das Jahr 2027, was die starke Verhandlungsposition gegenüber Großkunden wie Nvidia oder Apple widerspiegelt.
Zusätzlich bereitet sich das Unternehmen auf die nächste Technologiegeneration vor. Die Serienfertigung mit den neuen High-NA-EUV-Systemen von ASML wird für das Jahr 2030 angestrebt. Während Wettbewerber einen früheren Einsatz planen, setzt TSMC auf einen Zeitplan, der die wirtschaftliche Effizienz der kostspieligen Anlagen optimieren soll.
Marktumfeld und Ausblick
Das breitere Marktumfeld zeigt sich zweigeteilt. Während Chiphersteller wie AMD ihre langfristigen Marktprognosen für KI-Beschleuniger deutlich nach oben korrigiert haben, mahnten Führungskräfte von KI-Entwicklern wie Anthropic und OpenAI am Wochenende zur Vorsicht bei der Entwicklungsgeschwindigkeit neuer Modelle. Dies könnte kurzfristig Druck auf die gesamte Branche ausüben, da Investoren auf Anzeichen einer Überinvestition achten.
Für TSMC bleibt die Prognose für das laufende dritte Quartal jedoch optimistisch: Das Management erwartet einen Umsatz zwischen 44,6 und 45,8 Milliarden US-Dollar.
Analysten von Stifel und Citi bekräftigten zuletzt ihre positiven Einschätzungen für den Sektor, wobei die starke Auslastung der 3-Nanometer-Fertigung als wesentlicher Treiber für die kommenden Quartalsergebnisse gilt. Die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch wird zudem als wichtiger Impulsgeber für die Bewertung von Tech-Werten gewertet.
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