TSMC Aktie: Samsung hebt Chippreise um 15 Prozent
TSMC meldet Rekordumsatz und -gewinn im Q2, plant milliardenschwere Investitionen in Japan und erhöht die Capex-Prognose für 2026 deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Samsung erhöht Preise für KI-Chips
- Joint Venture mit Sony in Japan
- Rekordumsatz und Nettogewinn im Q2
- Capex-Prognose auf 60-64 Mrd. USD angehoben
Die angespannte Kapazitätssituation im globalen Halbleitermarkt verschärft sich weiter und unterstreicht die marktbeherrschende Stellung des taiwanischen Auftragsfertigers TSMC. Wie Reuters heute berichtet, hat der Konkurrent Samsung Electronics die Preise für bestimmte fortschrittliche Chip-Dienstleistungen für Neuaufträge um bis zu 15 % angehoben.
Branchenexperten führen diesen Schritt auf die knappen Kapazitäten bei KI-Chips zurück – ein Segment, das TSMC seit langem anführt. Trotz des positiven Marktumfelds notiert das Wertpapier heute im deutschen Handel bei 353,00 € und verzeichnet damit ein Minus von 1,5 %.
Rekordgewinne und strategische Partnerschaften in Japan
Das Unternehmen treibt seine internationale Expansion massiv voran. Wie am 11. August bekannt wurde, haben sich TSMC und die Sony Group auf die Gründung eines Joint Ventures namens Advanced Vision Semiconductor Manufacturing Corp geeinigt.
Das Projekt im Süden Japans konzentriert sich auf die Entwicklung und Produktion von Bildsensoren der nächsten Generation. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 4,69 Milliarden US-Dollar, wobei TSMC 282 Milliarden Yen beisteuert. Die Serienproduktion soll voraussichtlich im Jahr 2029 anlaufen.
Parallel zu den Expansionsplänen bestätigte der Verwaltungsrat am 11. August die Geschäftsergebnisse für das zweite Quartal 2026. Das Unternehmen erzielte einen konsolidierten Umsatz von 1.270,38 Milliarden NT$ und einen Nettogewinn von 706,56 Milliarden NT$. Auf Basis dieser starken Zahlen wurde eine Bardividende von 7,0 NT$ pro Aktie für das zweite Quartal beschlossen. Die Auszahlung an die Aktionäre ist für den 7. Januar 2027 vorgesehen.
Hohe Investitionen für die Technologieführerschaft
Um den Vorsprung bei fortschrittlichen Fertigungsverfahren zu wahren, hat das Management Kapitalzuweisungen in Höhe von rund 29,44 Milliarden US-Dollar genehmigt. Diese Mittel fließen in moderne Technologien, Packaging-Lösungen und den Bau neuer Fabriken.
Medienberichten zufolge hob das Unternehmen zudem die Prognose für die Investitionsausgaben (Capex) im Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 60 bis 64 Milliarden US-Dollar an. Das erwartete Umsatzwachstum auf US-Dollar-Basis für das laufende Jahr wird nun auf etwas über 40 % beziffert.
Dass diese Investitionen notwendig sind, zeigt das ungebrochene Interesse großer Tech-Konzerne. Laut Reuters führt Microsoft derzeit Gespräche mit dem Halbleiterhersteller, um Kapazitäten für die Produktion von mehr als 300.000 Maia 300 KI-Chips zu sichern. Diese sollen im Jahr 2027 ausgeliefert werden, wobei eine spätere Ausweitung auf über eine Million Einheiten im Raum steht. Bereits im Juli 2026 stieg der Umsatz laut CNBC im Vergleich zum Vorjahr um 44,7 % auf 467,58 Milliarden NT$.
Institutionalisierte Verkäufe und Marktentwicklung
Während das operative Geschäft floriert, gab es auf der Seite der Großinvestoren zuletzt Bewegungen. Die SoftBank Group gab am Freitag in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht bekannt, dass sie im zweiten Quartal 71,5 % ihrer Anteile an TSMC veräußert hat.
Solche Umschichtungen institutioneller Anleger können kurzfristig für Kursdruck sorgen, ändern jedoch nichts an der langfristigen Wachstumsstory des Konzerns. Seit Jahresbeginn weist das Papier ein Plus von 37 % auf.
Trotz der aktuellen Konsolidierung notiert der Kurs weiterhin 12 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt, was den übergeordneten Aufwärtstrend der letzten Monate bestätigt. Die Marktbeobachter richten ihr Augenmerk nun verstärkt auf die Umsetzung der internationalen Bauvorhaben und die Fähigkeit des Unternehmens, die enorme Nachfrage der KI-Branche zu bedienen.
Vor rund einem Monat hatte das Unternehmen bereits Investitionen in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar für Standorte in Arizona thematisiert, was die globale Strategie unterstreicht.
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