TSMC Aktie: Zeichen setzen

TSMCs Produktionskapazitäten für fortschrittliche 2-Nanometer-Chips sind bis 2028 vergeben, was zu steigenden Preisen und langen Wartezeiten für Technologiekonzerne führt.

Dr. Robert Sasse ·
TSMC Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Produktionskapazitäten bis 2028 vollständig vergeben
  • Starke Nachfrage nach KI- und Cloud-Chips
  • Apple sichert sich Großteil der frühen Kontingente
  • Jährliche Preiserhöhungen für Spitzentechnologie geplant

Wer die modernsten Halbleiter der Welt benötigt, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen. Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) hat seine Produktionskapazitäten für die kommenden 2-Nanometer- und A16-Chips bereits bis nach 2028 vollständig vergeben. Dieser gewaltige Auftragsstau zwingt Technologiekonzerne zu drastischen Schritten und verleiht dem Fertiger eine beispiellose Kontrolle über die Preisgestaltung.

Die Nachfrage nach leistungsstarken Chips für Künstliche Intelligenz, Cloud-Rechenzentren und Smartphones übersteigt das Angebot deutlich. Allein Apple sichert sich Schätzungen zufolge mehr als die Hälfte der frühen 2-Nanometer-Kontingente für die Jahre 2026 und 2027. Konkurrenten wie Nvidia, AMD und Qualcomm müssen sich die verbleibenden Plätze teilen. Um die Produktionsabläufe zu optimieren, nimmt TSMC für ältere 3-Nanometer-Projekte keine neuen Aufträge mehr an und lenkt Kunden direkt auf die neuere Architektur.

Steigende Wafer-Preise und knappe Kapazitäten

Diese strukturelle Verknappung schlägt sich direkt in der Preispolitik nieder. Ein Wafer der 2-Nanometer-Klasse wird voraussichtlich mehr als 30.000 US-Dollar kosten – ein deutlicher Sprung gegenüber den rund 20.000 Dollar der vorherigen Generation. Bis mindestens 2029 plant der Konzern jährliche Preisanhebungen von drei bis fünf Prozent für seine fortschrittlichsten Knotenpunkte.

Der Zeitplan für die Einführung der neuen Architektur bei großen Technologiekonzernen zeichnet sich bereits ab:
2026: AMD startet mit der CPU-Produktion
2027 (Q3/Q4): Google und AWS planen die Implementierung
2028: Nvidia plant die Einführung der „Feynman AI“ GPU

Der Engpass zwingt selbst Branchenriesen zum Umdenken. Tesla und SpaceX kündigten an, 25 Milliarden Dollar in eine eigene Chipfabrik investieren zu wollen, obwohl ihnen jegliche Erfahrung in der Fertigung fehlt. Andere Akteure wie Broadcom haben sich ihre Kapazitäten für kritische Komponenten bereits vertraglich bis 2028 gesichert.

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Konkurrenz und geopolitische Risiken

Die angespannte Liefersituation öffnet Türen für den Rivalen Samsung. Die Südkoreaner haben bei ihrem eigenen 2-Nanometer-Prozess eine Ausbeute von 50 Prozent erreicht und konnten Aufträge von Tesla und Nvidia gewinnen. Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass Samsung diese Quoten dauerhaft stabilisieren muss, um eine echte Alternative zu TSMC darzustellen.

Abseits des operativen Geschäfts belasteten zuletzt geopolitische Faktoren den Aktienkurs. In den vergangenen vier Wochen verlor das Papier über sieben Prozent an Wert. Hintergrund sind Sorgen um die globalen Lieferketten im Zuge des Iran-Konflikts. Taiwan importiert große Mengen an Flüssigerdgas durch die Straße von Hormus. Störungen auf dieser Route könnten die Energiekosten für die Chipfertigung spürbar in die Höhe treiben. Am gestrigen Mittwoch sorgten Hoffnungen auf eine Entspannung jedoch bereits für leichte Kursgewinne im vorbörslichen US-Handel.

Fundamental agiert der Konzern auf einem soliden Fundament. Im vierten Quartal 2025 kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um 25,6 Prozent auf 33,1 Milliarden Dollar bei einer Bruttomarge von 62,3 Prozent. Für das laufende Jahr 2026 plant TSMC Investitionen in Höhe von 52 bis 56 Milliarden Dollar, um die Fertigungskapazitäten weiter auszubauen. Das Unternehmen rechnet dabei mit einem Umsatzwachstum von annähernd 30 Prozent, getragen von der anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Beschleunigern.

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TSMC Aktie

420,51 USD

– 24,41 USD -5,49 %
KGV 35,58
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,92 %
Marktkapitalisierung 2,15 Bio. USD
ISIN: US8740391003 WKN: 909800

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