TUI: 40 Millionen Euro Iran-Konflikt im März
Der Reisekonzern TUI setzt seine Umsatzprognose aufgrund des Nahost-Konflikts aus. Die Aktie fällt stark, während operative Fortschritte im zweiten Quartal verzeichnet werden.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzprognose vorläufig ausgesetzt
- Aktie bricht um fast 15 Prozent ein
- Buchungsverhalten verlagert sich westwärts
- Operativer Gewinn im zweiten Quartal
Die Treibstoffkosten hat TUI fest im Griff, das operative Geschäft im zweiten Quartal läuft besser als erwartet. Dennoch befindet sich die Aktie im freien Fall. Ein eskalierender Nahost-Konflikt zwingt den Reisekonzern zu einem drastischen Schritt: Die Umsatzprognose für das laufende Jahr ist vorläufig komplett ausgesetzt.
Die Börse reagierte auf die Ad-hoc-Mitteilung vom 22. April unerbittlich. Auf Wochensicht brach das Papier um fast 15 Prozent ein und ging am Freitag bei 6,42 Euro aus dem Handel. Damit rutscht der Kurs gefährlich nah an das bisherige Jahrestief heran.
Nachfrageverschiebung belastet die Bilanz
Ursache für den Ausverkauf ist die plötzliche Zurückhaltung der Kunden. Die Auseinandersetzungen am Persischen Golf verändern das Buchungsverhalten massiv. Urlauber meiden das östliche Mittelmeer und weichen stattdessen in westliche Regionen aus. Als zentrale Belastungsgebiete nennt das Management die Türkei, Zypern und Ägypten. Hinzu kommen die Nachwirkungen eines Hurrikans in der Karibik.
Allein im März kostete die geopolitische Lage den Konzern rund 40 Millionen Euro für außerplanmäßige Rückholaktionen und Betriebsunterbrechungen. Der Vorstand senkte daraufhin die Gewinnerwartung. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Management nun mit einem bereinigten EBIT von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro. Zuvor hatte TUI ein prozentuales Wachstum in Aussicht gestellt.
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Hedging und ein Lichtblick im zweiten Quartal
An den Treibstoffpreisen liegt die Misere nicht. TUI hat weitsichtig agiert und den Großteil des Kerosinbedarfs für den anstehenden Sommer abgesichert. Auch für das Kreuzfahrtgeschäft sind die Energiekosten für das Gesamtjahr weitgehend fixiert. Das schützt die Margen vor kriegsbedingten Preissprüngen beim Rohöl, fängt aber keine fehlenden Buchungen auf.
Operativ gibt es durchaus positive Signale. Das zweite Quartal läuft dank des Umbaus im Airline-Bereich besser als erwartet. TUI kalkuliert hier mit einem operativen Gewinn von bis zu 25 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein dreistelliger Millionenverlust in den Büchern. Die auf Eis gelegte Umsatzguidance überlagert diese Fortschritte am Markt jedoch komplett.
Am 13. Mai muss das Management Farbe bekennen. Dann präsentiert TUI die detaillierten Ergebnisse für das erste Halbjahr. Investoren werden den Fokus auf die aktuellen Buchungstrends und die Margenentwicklung der einzelnen Segmente legen. Die neue Jahresprognose greift nur unter einer klaren Bedingung: Der Konflikt im Nahen Osten darf nicht weiter eskalieren.
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