TUI: 40 Millionen Euro Iran-Konflikt-Kosten im März

Der Reisekonzern kappt seine Jahresziele, da der Iran-Konflikt zu Umsatzausfällen und einer Verlagerung der Buchungen führt.

Felix Baarz ·
TUI Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Gewinnprognose für 2026 gesenkt
  • Sommerbuchungen sieben Prozent unter Vorjahr
  • Kreuzfahrtschiffe durch Straße von Hormus
  • Kerosinbedarf zu 83 Prozent abgesichert

Zwei Kreuzfahrtschiffe unter Beschuss, Buchungen im Rückstand, Gewinnprognose gekappt — der Iran-Krieg trifft TUI auf mehreren Ebenen. Der Reiseveranstalter kämpft nicht nur mit unmittelbaren Krisenkosten, sondern auch mit einer grundlegenden Verschiebung im Buchungsverhalten seiner Kunden.

Sieben Prozent Rückstand im Sommergeschäft

Die gebuchten Umsätze für den Sommer 2026 liegen derzeit sieben Prozent unter dem Vorjahr. Der Grund: Buchungen für die Türkei, Zypern und Ägypten brechen ein. Ein Hurrikan in der Karibik verschärft den Rückstand zusätzlich.

Die Nachfrage verlagert sich in den westlichen Mittelmeerraum. Spanien, Portugal und die nordafrikanische Atlantikküste profitieren. Allerdings entscheiden sich Kunden immer kurzfristiger — das erschwert TUIs Kapazitätsplanung erheblich.

Prognose gekappt, Umsatzausblick ausgesetzt

Das Management hat die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich zurückgenommen. Statt des ursprünglich erwarteten Wachstums von 7 bis 10 Prozent rechnet TUI nun mit einem bereinigten EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro. Die Umsatzprognose setzt der Konzern aus — bis sich die Rahmenbedingungen stabilisieren.

Allein im März kostete der Konflikt TUI rund 40 Millionen Euro. Rückholaktionen und Betriebsunterbrechungen schlagen dabei zu Buche.

Schiffe durch die Straße von Hormus

Das dramatischste Kapitel spielte sich auf See ab. Mehr als 50 Tage lagen mehrere Kreuzfahrtschiffe in Häfen im Nahen Osten fest. Am 19. April öffnete der Iran kurz die Straße von Hormus. Die „Mein Schiff 4″ und die „Mein Schiff 5″ fuhren gemeinsam mit der „MSC Euribia“ im Konvoi durch die Meerenge. Kaum waren sie durch, schloss Teheran die Durchfahrt wieder.

Die iranischen Revolutionsgarden schossen auf mindestens ein Schiff. Die „Mein Schiff 4″ wurde bedroht, ein Einschlag nahe dem Schiff gemeldet — Schäden blieben aus. Beide TUI-Schiffe können ihre nächsten Kreuzfahrten nun planmäßig antreten: die „Mein Schiff 5″ ab dem 15. Mai ab Heraklion, die „Mein Schiff 4″ ab dem 17. Mai ab Triest.

Kosten teilweise abgesichert

Auf der Kostenseite hat TUI vorgesorgt. Zum 15. April sicherte der Konzern 83 Prozent des Kerosinbedarfs für den Sommer ab. Für das Kreuzfahrtgeschäft sind über 80 Prozent der Energiekosten für das Gesamtjahr gedeckt. Das federt einen Teil der Belastungen ab.

Das zweite Quartal zeigt trotz allem operative Stärke: TUI erwartet ein bereinigtes EBIT von plus 5 bis plus 25 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr, das noch mit minus 207 Millionen Euro abschloss.

Die TUI-Aktie hat seit Jahresbeginn fast 29 Prozent verloren und notiert mit rund 6,35 Euro nahe dem 52-Wochen-Tief. Am 13. Mai legt TUI die Zahlen für das zweite Quartal vor — dann zeigt sich, ob die Buchungsverlagerung in den westlichen Mittelmeerraum das Sommergeschäft stabilisiert.

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TUI Aktie

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KGV 0,00
Sektor Andere
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