TUI Aktie: Barclays hebt auf 10 Euro
Barclays sieht bei TUI ein Aufwärtspotenzial von rund 40 Prozent und hebt das Kursziel auf zehn Euro an. Der Reisekonzern erweitert zudem sein Angebot.

Kurz zusammengefasst
- Neues Kursziel von 10 Euro
- Optimismus durch sinkende Treibstoffkosten
- Einführung mehrtägiger Kurzreisen
- Kurs zeigt kurzfristige Stabilisierung
Barclays traut TUI zu, ein Drittel höher zu steigen. Die Investmentbank hebt ihr Kursziel von 9 auf 10 Euro an. Das aktuelle Kursniveau liegt bei 7,19 Euro. Die Aktie legt am Freitag um 1,58 Prozent zu.
Barclays begründet den Optimismus
Analyst Andrew Lobbenberg bleibt bei seiner Einstufung „Overweight“. Er verweist auf gesunkene Treibstoffkosten und eine bessere Perspektive fürs Sommergeschäft. Die Branche gelte zwar weiter als „Geisel“ unkalkulierbarer geopolitischer Ereignisse. Lobbenberg sieht aber Spielraum für Ergebnisverbesserungen bei europäischen Airlines und Reiseanbietern.
Das neue Kursziel liegt fast 40 Prozent über dem aktuellen Kurs. Ein deutliches Signal – auch wenn geopolitische Risiken im Nahen Osten die Reisebranche zuletzt belastet und den positiven Analysteneffekt zunächst gedämpft hatten.
TUI baut das Angebot aus
Parallel zur Analysten-Einschätzung erweitert TUI sein Portfolio. Die Tochter TUI Musement führt die neue Kategorie „Multi Day Experiences“ ein. Das sind mehrtägige Kurzreisen zwischen klassischem Tagesausflug und großer Rundreise.
Zum Start bietet TUI mehr als 35 Programme an, von Costa Rica bis Vietnam. Bis Ende Sommer 2026 soll das Angebot auf über 45 Programme wachsen. TUI zielt damit vor allem auf jüngere Reisende und Familien, die kürzere, intensive Erlebnisse suchen.
Im Flugbetrieb spart der Konzern derweil an anderer Stelle. Medienberichten zufolge streicht TUI kostenfreie alkoholische Getränke in der Economy-Class auf Langstrecken. Das Unternehmen begründet den Schritt mit Sicherheitsaspekten an Bord und mit Effizienzsteigerung im harten Wettbewerb.
Charttechnik zeigt Stabilisierung
Der aktuelle Kurs liegt weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro aus dem Februar. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 6,91 Euro beträgt der Abstand aber 4,11 Prozent – ein Hinweis auf kurzfristige Stabilisierung. Der RSI von 52,4 signalisiert derzeit keine Überkauft- oder Überverkauft-Situation.
Auf Monatssicht steht ein Plus von 10 Prozent zu Buche, seit Jahresanfang bleibt aber ein Minus von fast 20 Prozent. Sinkende Kosten für den Reisesicherungsfonds und eine niedrigere Luftverkehrsteuer verbessern die operativen Rahmenbedingungen. Nahost-Unsicherheiten bremsen die Erholung trotzdem weiterhin.
Die nächsten Zahlen zum dritten Quartal 2026 will TUI im August veröffentlichen. Dann zeigt sich, wie stark das Sommergeschäft die Margen trotz geopolitischer Risiken tatsächlich stützt.
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