TUI Aktie: Flotte in der Falle

Zwei TUI-Schiffe sind kriegsbedingt im Persischen Golf eingeschlossen, was rund 20 Prozent der Jahreskapazität betrifft. Der Konzern hält trotzdem an seiner Jahresprognose fest.

Redaktion Stock-World ·
TUI Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Zwei Schiffe in Abu Dhabi und Doha festsitzend
  • Ausfall betrifft ein Fünftel der Jahreskapazität
  • Tui hält an Umsatz- und Gewinnprognose fest
  • Aktienkurs deutlich unter Jahreshoch notierend

Zwei Schiffe im Persischen Golf, Kriegsbedingt blockiert und ohne absehbaren Ausweg — das ist die ungewöhnliche Lage, in der sich TUI Cruises seit Wochen befindet. Ein Viertel der Kreuzfahrtflotte liegt still, und die Sommersaison tickt.

Straße von Hormus als Nadelöhr

Die „Mein Schiff 4″ und die „Mein Schiff 5″ sitzen fest — eine in Abu Dhabi, die andere in Doha. Die Straße von Hormus, der einzige praktikable Ausweg aus dem Persischen Golf, ist seit Kriegsbeginn im Nahen Osten vom Iran gesperrt. Die theoretische Alternative, die Umschiffung Afrikas, würde mindestens drei zusätzliche Wochen Reisezeit bedeuten. Der Suezkanal scheidet ebenfalls aus, da ihn viele Reedereien derzeit meiden.

TUI Cruises hat die Besatzung der „Mein Schiff 4″ inzwischen auf 59 Crewmitglieder reduziert und streicht alle Reisen der beiden Schiffe bis Ende April. Der Saisonstart verschiebt sich damit auf Mai — vorausgesetzt, die geopolitische Lage entspannt sich bis dahin. Der früheste geplante Abfahrtstermin der „Mein Schiff 4″ ist der 1. Mai 2026.

Zwanzig Prozent weniger Kapazität

Das Kreuzfahrtsegment war für TUI zuletzt eine verlässliche Ertragsquelle: hohe Auslastung, starke Margen. Dass nun zwei von acht Schiffen ausfallen, trifft den Konzern an einer empfindlichen Stelle. Branchenexperten schätzen, dass der Ausfall rund 20 Prozent der geplanten Jahreskapazitäten betrifft — mit weiteren Einbußen, sollte die Blockade anhalten.

Hinzu kommt, dass der gebuchte Umsatz für den Sommer 2026 zum Zeitpunkt des Februar-Berichts bereits rund 2 Prozent unter Vorjahresniveau lag. TUI hält dennoch an seiner Jahresprognose fest: 2 bis 4 Prozent Umsatzwachstum und 7 bis 10 Prozent Wachstum beim bereinigten EBIT. Das Management erwartet eine Normalisierung der Buchungsdynamik im zweiten Quartal.

Der Aktienkurs spiegelt die Unsicherheit wider. Mit einem Minus von gut 26 Prozent seit Jahresbeginn notiert der Titel rund 30 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 9,41 Euro.

Halbjahreszahlen am 13. Mai als Bewährungstest

Am 13. Mai legt TUI die Halbjahreszahlen vor. Dann wird sich zeigen, ob die Buchungserholung, auf die das Management setzt, tatsächlich eingesetzt hat — und ob die Wachstumsziele unter diesen Bedingungen noch zu halten sind. Bemerkenswert: TUI Cruises plant weiterhin Kreuzfahrten der „Mein Schiff Flow“ im Persischen Golf für den Winter 2026/27, was zeigt, dass der Konzern die Golfregion trotz der aktuellen Krise nicht abschreibt. Ob diese Planung bis dahin Bestand hat, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Lage an der Straße von Hormus verändert.

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