Der geopolitische Konflikt im Persischen Golf trifft den Reisekonzern TUI zu einem sensiblen Zeitpunkt. Wegen gesperrter Lufträume und militärischer Auseinandersetzungen saßen tausende Kreuzfahrtpassagiere fest, was nun zu spürbaren finanziellen Einbußen führt. Kann das Unternehmen seine Jahresziele trotz dieser unerwarteten Belastungsprobe noch halten?
Nach Luftangriffen auf den Iran Ende Februar kam der Kreuzfahrtbetrieb in der Region faktisch zum Erliegen. Die Schiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 mit insgesamt rund 5.000 Passagieren konnten ihre Häfen in Abu Dhabi und Doha nicht mehr planmäßig verlassen. TUI Cruises hat die betroffenen Reisen bis in die zweite Märzhälfte abgesagt und organisiert aktuell logistisch aufwendige Rückholflüge über Saudi-Arabien und Katar, um die Gäste sicher nach Hause zu bringen.
Analysten beziffern finanzielle Schäden
Die operativen Störungen hinterlassen deutliche Spuren in der Bilanz. Das Analysehaus mwb research schätzt den Umsatzausfall im Basisszenario auf rund 50 Millionen Euro und rechnet mit einem EBIT-Rückgang von etwa 25 Millionen Euro. Diese Kalkulation setzt voraus, dass sich die Lage im April wieder normalisiert.
Sollte der Konflikt länger andauern, drohen weitere Kosten. Eine mögliche Verlegung der Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung nach Europa, um das Hochrisikogebiet im Suezkanal zu meiden, würde laut den Experten zusätzliche 22 Millionen Euro für Logistik und Treibstoff verschlingen. Bestehende Absicherungsgeschäfte gegen schwankende Ölpreise (Hedging) dürften die Treibstoffkosten jedoch zumindest teilweise abfedern.
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Buchungsverhalten und Ausblick
Auf der Nachfrageseite verzeichnet der Konzern eine unmittelbare Verschiebung. Während Kunden aktuell verstärkt auf Karibik-Ziele ausweichen, rechnet das Management bei Golfdestinationen mit einer mehrmonatigen Buchungszurückhaltung. Das größte Risiko für das laufende Geschäftsjahr liegt in einer Ausweitung der Spannungen auf wichtige Kernmärkte wie die Türkei oder Ägypten.
Trotz der akuten Belastungen hält das Management an der Jahresprognose fest und stellt weiterhin ein Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent sowie ein EBIT-Wachstum von 7 bis 10 Prozent in Aussicht. Diese Ziele stehen jedoch unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass die Störungen im Nahen Osten auf den März begrenzt bleiben.
Den nächsten konkreten Einblick in die Geschäftsentwicklung und die exakten Kosten der Evakuierungsmaßnahmen liefert der Halbjahresbericht am 13. Mai 2026. Bis dahin bleibt die anlaufende Sommersaison im westlichen Mittelmeer das wichtigste operative Fundament, auf das sich der Konzern stützt.
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