TUI Aktie: Steuersenkung seit 1. Juli
TUI erhält durch niedrigere Luftverkehrsteuer und neue Anlagestrategie des Reisesicherungsfonds Rückenwind, während die globale Airline-Branche unter Druck bleibt.

Kurz zusammengefasst
- Luftverkehrsteuer sinkt ab Juli 2026
- Reisesicherungsfonds plant Aktieninvestments
- Globale Airline-Gewinne brechen ein
- TUI-Aktie bleibt unter 200-Tage-Linie
Weniger Steuern auf Flugtickets, ein Reisesicherungsfonds mit neuen Anlageplänen — für TUI kommen gerade zwei positive Impulse aus Deutschland zusammen. Die globale Luftfahrtbranche kämpft dagegen mit einbrechenden Gewinnen und teurem Kerosin. Für den Touristikkonzern ergibt sich daraus ein gemischtes Bild.
Niedrigere Luftverkehrsteuer seit Juli
Seit dem 1. Juli 2026 zahlen Reiseanbieter wie TUI weniger Luftverkehrsteuer in Deutschland. Bei Kurzstrecken sinkt die Abgabe pro Passagier auf 13,03 Euro, vorher waren es 15,53 Euro. Auf Mittelstrecken wie in die Türkei oder nach Mallorca fällt der Betrag auf 33,01 Euro statt 39,34 Euro.
Bei Langstreckenflügen reduziert sich die Steuer auf 59,43 Euro, ein Rückgang von 70,83 Euro. Verbraucherschützer fordern bereits, dass Reiseanbieter diese Ersparnis direkt an ihre Kunden weitergeben. Für TUI könnte die Senkung die Nachfrage stützen, denn Rückflüge bleiben von der Steuer ohnehin ausgenommen.
Reisesicherungsfonds will Gebühren senken
Der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) plant eine zweite Entlastung. Der Fonds will künftig auch in Aktien investieren, um mehr Ertrag aus seinen Rücklagen zu erzielen. Das Ziel: niedrigere Entgelte für Reiseanbieter.
Für große Marktteilnehmer wie TUI könnte das die operativen Kosten perspektivisch senken.
Airline-Sparte kämpft mit globalem Gegenwind
Trotz der Entlastungen in Deutschland bleibt der internationale Rahmen für die Airline-Sparte schwierig. Die International Air Transport Association (IATA) erwartet für 2026 einen Rückgang der Nettogewinne der Branche auf rund 23 Milliarden US-Dollar. Das wäre fast eine Halbierung gegenüber dem Vorjahr.
Hauptgründe sind die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und hohe Treibstoffkosten. Der Kerosinpreis liegt aktuell bei etwa 152 US-Dollar pro Barrel, deutlich über dem Durchschnitt von 2025. Zusätzlich trübt sich die Stimmung im britischen Dienstleistungssektor ein: Der Einkaufsmanagerindex fiel im Juni auf 48,8 Punkte und damit unter die Wachstumsschwelle.
Kurs erholt sich, Jahresverlust bleibt hoch
Die TUI-Aktie notiert aktuell bei 7,23 Euro, ein Plus von 0,42 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 7,20 Euro. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Gewinn von 6,35 Prozent zu Buche, auf Wochensicht dagegen ein Minus von 1,98 Prozent.
Zum 52-Wochen-Tief von 6,11 Euro beträgt der Abstand rund 18 Prozent. Zum Hoch bei 9,50 Euro vom Februar fehlen dagegen noch fast 24 Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 7,66 Euro — die Aktie notiert also weiterhin darunter.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 19,01 Prozent zu Buche. Die aktuellen Entlastungen bei Steuern und Fondsgebühren ändern daran kurzfristig wenig. Ob sie ausreichen, das schwierige globale Umfeld der Airline-Sparte auszugleichen, entscheidet sich an den kommenden Quartalszahlen.
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