TUI Aktie: Zollrisiko trifft Buchungsschwäche
Trotz solider Fundamentaldaten und Rekord-Ergebnis drücken Handelskonflikte und schwächere Vorabreservierungen den Aktienkurs des Reiseveranstalters auf ein Sechs-Monats-Tief.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert 19 Prozent und erreicht Sechs-Monats-Tief
- Sommerbuchungen liegen leicht unter Vorjahresniveau
- Rekord-EBIT im ersten Quartal und stabile Bilanz
- Abhängigkeit von Boeing birgt zusätzliches Zollrisiko
Der Handelsstreit zwischen den USA und der EU erwischt TUI zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Seit Ende Februar hat die Aktie rund 19 Prozent verloren und markierte zuletzt ein 6-Monats-Tief bei 6,54 Euro — obwohl die Fundamentaldaten des Konzerns eine andere Geschichte erzählen.
Buchungen schwächeln, Boeing macht Sorgen
Trumps neue Universalzölle von 10 Prozent und das eingefrorene EU-Gegenabkommen drücken auf die Konsumstimmung in Europa. Für einen Reiseveranstalter wie TUI, der stark vom Discretionary-Spending der Haushalte abhängt, ist das ein reales Risiko — auch wenn es sich in den Buchungsdaten bislang nur moderat niederschlägt.
Die Sommerbuchungen für 2026 liegen laut Analyst Richard Clarke von Bernstein rund zwei Prozent unter Vorjahresniveau. TUI erklärt das mit einem wachsenden Trend zu Last-Minute-Buchungen sowie schlechtem Wetter in Deutschland und Großbritannien, das die Frequenz in Reisebüros gedämpft habe. Immerhin hat sich die durchschnittliche Vorausbuchungsfrist auf 213 Tage verlängert — vor einem Jahr waren es 205 Tage.
Zusätzlich belastet die Boeing-Abhängigkeit: TUI betreibt seine gesamte Flotte mit Maschinen des US-Herstellers. CEO Sebastian Ebel hofft, dass Flugzeuge von möglichen Zöllen zwischen USA und EU ausgenommen bleiben. Sollte das nicht der Fall sein, kämen erhebliche Mehrkosten auf den Konzern zu.
Mittelmeer stark, USA verhalten
Das Buchungsbild nach Destinationen zeigt klare Verschiebungen. Europaziele machen inzwischen knapp 75 Prozent der Sommerbuchungen aus — Antalya, Mallorca und Kreta führen die Nachfrage an, Griechenland entwickelt sich zum stärksten Wachstumsmarkt der Saison. Die USA hingegen zeigen sich verhaltener, mit Ausnahmen wie Hawaii und der Great Lakes Region.
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Solide Bilanz, aber der Kurs zweifelt
Die operativen Kennzahlen stehen auf festem Boden. Das bereinigte EBIT im ersten Quartal 2025/26 erreichte mit 71,1 Millionen Euro einen Rekordwert, das operative Gesamtjahresergebnis 2025 lag bei 1,46 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung sank von 1,6 auf 1,3 Milliarden Euro. Fitch bestätigte das „BB“-Rating mit stabilem Ausblick, Moody’s hob den Ausblick auf „positiv“ an.
Dass CEO Sebastian Ebel und CFO Mathias Kiep nach dem Kursrückgang eigene Aktien kauften, signalisiert zumindest intern Vertrauen in die laufende Jahresprognose — die einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 2 bis 4 Prozent und ein bereinigtes EBIT-Wachstum von 7 bis 10 Prozent vorsieht.
Am 13. Mai 2026 legt TUI den Halbjahresbericht vor. Dann werden konkrete Buchungszahlen für den Sommer zeigen, ob die Delle bei den Vorabreservierungen tatsächlich durch Last-Minute-Nachfrage aufgeholt wird — oder ob der Zollgegenwind tiefere Spuren hinterlassen hat als bislang eingepreist.
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