TUI: Nachfrage vom Osten in den Westen

Der Reisekonzern TUI passt seine Jahresziele nach unten an, da der Nahost-Konflikt zu einer Verlagerung der Buchungen ins westliche Mittelmeer führt und Unsicherheit schafft.

Dr. Robert Sasse ·
TUI Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Geopolitische Krise beeinflusst Buchungsverhalten massiv
  • Erwartetes EBIT für 2026 deutlich reduziert
  • Kreuzfahrtsparte und Treibstoff-Hedging wirken stabilisierend
  • Aktienkurs deutlich unter Jahreshoch notierend

Der Nahost-Konflikt trifft TUI früher und härter als erwartet. Der Reisekonzern hat am 22. April seine Jahresprognose gesenkt — und zeigt dabei, wie tief geopolitische Krisen ins Buchungsverhalten eingreifen können.

Urlauber meiden den Osten

Reisende weichen vom östlichen ins westliche Mittelmeer aus. Dieser Trend zwingt TUI zu einer umfangreichen Umsteuerung: Kapazitäten müssen neu verteilt, Hotelverträge angepasst und Flugpläne neu geplant werden. Das kostet Zeit und Geld.

Erschwerend kommt hinzu, dass niemand weiß, wie lange der Konflikt andauert. Diese Unsicherheit lähmt das Buchungsverhalten. Kunden zögern, buchen später oder gar nicht.

Jahresprognose deutlich gestutzt

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet TUI nun ein bereinigtes EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro. Die bisherige Prognose hatte ein Wachstum von sieben bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr vorgesehen — das entspräche rund 1,5 bis 1,55 Milliarden Euro. Die Umsatzprognose setzt der Konzern vorübergehend ganz aus.

Das zweite Quartal läuft dabei besser als der Ausblick vermuten lässt. TUI erwartet ein bereinigtes EBIT, das den Vorjahreswert von minus 207 Millionen Euro um fünf bis 25 Millionen Euro übertrifft. Eine solide operative Verbesserung — aber sie reicht nicht, um die Jahreslücke zu schließen.

Hedging und Kreuzfahrt als Puffer

Einen wesentlichen Schutz bietet TUIs Absicherungsstrategie beim Kerosin. Für den Sommer 2026 sind 83 Prozent des Bedarfs gehedgt, für den Winter 2026/27 immerhin 62 Prozent. Bernstein-Analyst Richard J. Clarke betonte deshalb ausdrücklich: Diese Warnung geht nicht primär auf gestiegene Treibstoffkosten zurück.

Bernstein Research bewertet TUI weiterhin mit „Market-Perform“ und einem Kursziel von 9,20 Euro. JPMorgan bleibt mit „Overweight“ optimistischer, senkte das Kursziel allerdings von 13,50 auf 12,50 Euro.

Positiv: Zwei TUI-Kreuzfahrtschiffe konnten am 19. April den Persischen Golf verlassen. Ab Mitte Mai nehmen beide ihren Betrieb im Mittelmeer auf. Die restliche Flotte von TUI Cruises und Marella Cruises zeigt nach einer starken Buchungssaison weiterhin solide Nachfrage.

Der Kurs spiegelt die Unsicherheit wider. Die TUI-Aktie notiert aktuell rund 27 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 9,41 Euro und hat seit Jahresbeginn mehr als 22 Prozent verloren. Am 13. Mai veröffentlicht TUI die Ergebnisse für Q2 und das erste Halbjahr — dann dürfte sich zeigen, ob der Sommer die Jahresprognose noch nach oben treiben kann.

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TUI Aktie

6,91 EUR

– 0,24 EUR -3,41 %
KGV 0,00
Sektor Andere
Div.-Rendite 1,20 %
Marktkapitalisierung 2,48 Mrd. EUR
ISIN: DE000TUAG000 WKN: TUAG00

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