Uber Aktie: Investoren fordern Nachbesserung
Das Uber-Angebot für Delivery Hero liegt unter dem aktuellen Kurs. Investoren fordern 40 Euro oder mehr, während Konkurrent DoorDash Interesse zeigt.

Kurz zusammengefasst
- Uber-Angebot von 33 Euro zu niedrig
- Delivery Hero Aktie steigt auf 37,61 Euro
- DoorDash zeigt Interesse an Teilen
- Großaktionäre pochen auf höheren Preis
Uber versucht, Delivery Hero komplett zu schlucken — und stößt dabei auf Widerstand der Aktionäre. Das ursprüngliche Angebot von 33 Euro je Aktie liegt bereits unter dem aktuellen Börsenkurs. Viele Investoren wollen deutlich mehr.
Ersteinstieg zu günstig
Uber hält bereits knapp 20 Prozent der Delivery-Hero-Anteile sowie weitere 5,6 Prozent über Optionen. Der schnelle Aufbau dieser Position erfolgte mithilfe von Derivaten. Nun greift der Konzern nach dem Rest — läuft dabei aber in eine Erwartungslücke.
Die Delivery-Hero-Aktie zog allein heute um rund 12 Prozent auf 37,61 Euro an, was einem Börsenwert von etwa 11,4 Milliarden Euro entspricht. Das ursprüngliche Angebot von 33 Euro ist damit bereits Makulatur. Laut Insidern blitzten Uber-Unterhändler sogar mit einem verbesserten Gebot von 38 Euro bei einem Großinvestor ab — Zielmarke vieler Anteilseigner sei 40 Euro oder mehr.
DoorDash mischt sich ein
Mehr Druck entsteht durch einen möglichen Konkurrenten: US-Rivale DoorDash soll ebenfalls Kontakt zu Delivery-Hero-Aktionären aufgenommen haben — allerdings mit selektiverem Interesse. Im Fokus stehen die Marken Talabat und HungerStation im Nahen Osten sowie das türkische Geschäft Yemeksepeti. Ein echter Bieterwettbewerb würde den Übernahmepreis weiter in die Höhe treiben.
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Analysten teilen die Einschätzung, dass 33 Euro nicht reichen. Jefferies-Analyst Giles Thorne verwies auf die gestiegenen Preisvorstellungen und nannte zudem eine Reihe wettbewerbsrechtlicher Fragen, die den Deal komplizieren. JPMorgan-Experte Marcus Diebel sieht strategischen Sinn für Uber — geografische Expansion, Synergiepotenzial — warnt aber ebenfalls vor regulatorischen Hürden.
Strategie mit Fragezeichen
Für Uber ist das Interesse an Delivery Hero keine Überraschung. Mit Uber Eats betreibt der Konzern selbst einen globalen Lieferdienst und wäre durch eine Übernahme mit einem Schlag in Asien, Südeuropa und auf der arabischen Halbinsel deutlich stärker aufgestellt. Wie teuer dieser Sprung wird, hängt davon ab, ob und wann ein verbindliches Angebot vorliegt — und ob DoorDash als ernsthafter Gegenspieler auftritt.
Prosus hält noch rund 16,8 Prozent der Anteile, Aspex Management weitere 14,4 Prozent. Beide Blöcke dürften in möglichen Verhandlungen erhebliches Gewicht haben. Ob Uber die nötige Mehrheit zu einem akzeptablen Preis zusammenbekommt, bleibt eine rein rechnerische Frage — die derzeit noch sehr offen ist.
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