Uber Aktie: Preis für Lieferdienst steht
Uber kauft Delivery Hero für 41,50 Euro je Aktie und sichert sich so den deutschen Marktführer im Essenslieferdienst.

Kurz zusammengefasst
- Barangebot von 41,50 Euro je Aktie
- Unternehmenswert von 14,8 Milliarden Dollar
- Prosus liefert Anteile an Uber
- Kartellrechtliche Prüfung noch ausstehend
Elf Jahre nach dem Marktstart in Deutschland kauft Uber jetzt den größten heimischen Essenslieferdienst. Delivery Hero und Uber haben heute eine bindende Zusammenschlussvereinbarung unterzeichnet — mit einem konkreten Preis pro Aktie. Was lange als Übernahmepoker durch die Presse geisterte, ist damit vertraglich fixiert.
41,50 Euro pro Aktie, Milliarden-Deal
Uber bietet den Delivery-Hero-Aktionären 41,50 Euro je Aktie in bar. Das entspricht einem Unternehmenswert von 14,8 Milliarden Dollar für die gesamte Gesellschaft, beziehungsweise 13,7 Milliarden Dollar unter Berücksichtigung der bereits von Uber gehaltenen Anteile. Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero unterstützen das Angebot einstimmig und wollen es den Aktionären zur Annahme empfehlen, sobald die Angebotsunterlage vorliegt.
Parallel zur Übernahme trennt sich Delivery Hero von Geschäften in 14 Märkten — dort, wo sich Uber Eats und Delivery Hero bislang überschneiden. Käufer ist die New Yorker Investmentgesellschaft SSW Partners, der Kaufpreis liegt bei rund 1,6 Milliarden Dollar. Übrig bleiben für Uber 50 Märkte, die 2025 zusammen 42 Milliarden Dollar an Bruttobuchungen erwirtschafteten. Kombiniert mit dem eigenen Geschäft wächst Uber damit auf 99 Märkte und ein pro-forma-Buchungsvolumen von 236 Milliarden Dollar für 2025.
Prosus sichert sich ab, Schwelle liegt bei 50 Prozent
Der bislang größte Delivery-Hero-Aktionär Prosus hat sich über seine Tochter MIH Food Delivery Holdings unwiderruflich verpflichtet, sämtliche eigenen Anteile ins Angebot einzuliefern — rund 16,8 Prozent des Grundkapitals. Zusammen mit den bereits über die Uber-Tochter SMB Holding gehaltenen knapp 25 Prozent und zusätzlichen Total-Return-Swaps auf weitere 11,84 Prozent kommt Uber damit auf ein wirtschaftliches Gesamtinteresse von rund 53 Prozent, sobald Prosus tendert.
Der Vollzug hängt an einer Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent aller Aktien plus einer weiteren Aktie sowie an den üblichen kartellrechtlichen Freigaben. Uber rechnet damit, dass sich die Transaktion nach Abschluss positiv auf den bereinigten Gewinn je Aktie auswirkt — im dritten Jahr soll der Effekt im hohen einstelligen Prozentbereich liegen.
Während der große Deal die Schlagzeilen dominiert, baut Uber sein US-Kerngeschäft im Kleinen weiter aus: Uber Eats liefert ab sofort auch Videospiele, Konsolen und Zubehör von GameStop-Filialen landesweit. Das Angebot reiht sich in ein mittlerweile breites Marktplatz-Sortiment ein, das von Lebensmitteln über Elektronik bis zu Haushaltswaren reicht.
Als Nächstes müssen die Angebotsunterlage veröffentlicht und die kartellrechtlichen Prüfungen durchlaufen werden. Erst danach beginnt die eigentliche Annahmefrist für die Delivery-Hero-Aktionäre.
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