UBS: 3 Milliarden Dollar jährliche Kapitalkosten
UBS übertrifft Gewinnerwartungen im ersten Quartal, kämpft aber gegen milliardenschwere neue Kapitalauflagen des Bundesrats.

Kurz zusammengefasst
- Deutlicher Gewinnanstieg im ersten Quartal
- CS-Integration schneller als geplant
- 37 Milliarden Dollar zusätzlicher Kapitalbedarf
- Jahresziele trotz Regulierungskonflikt bestätigt
UBS legt heute Quartalszahlen vor — und muss gleichzeitig auf eine regulatorische Herausforderung reagieren, die das Geschäftsmodell der Bank langfristig teurer machen könnte. Beides zusammen macht den 29. April zu einem ungewöhnlich dichten Tag für die größte Schweizer Bank.
Analysten erwarten deutlichen Gewinnanstieg
Die Erwartungen für das erste Quartal 2026 sind hoch. Analysten rechnen mit einem Geschäftsertrag von 13,4 Milliarden Dollar, nach 12,6 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Beim bereinigten Gewinn vor Steuern wird ein Sprung von 2,6 auf 3,4 Milliarden Dollar erwartet. Das Konzernergebnis soll auf 2,4 Milliarden Dollar steigen — rund 40 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Damit würde UBS dem Trend folgen, den US-Großbanken wie JPMorgan und Citigroup bereits gesetzt haben: Quartalszahlen über den Markterwartungen.
CS-Integration läuft schneller als geplant
Parallel liefert UBS Fortschritte bei der Credit-Suisse-Integration. Bis März 2026 migrierte die Bank rund 1,2 Millionen Kundenbeziehungen auf eigene Systeme. Das tägliche Transaktionsvolumen stieg dadurch um rund 25 Prozent. Legacy-Systeme der Credit Suisse wurden abgeschaltet.
Bei den Kosteneinsparungen hat UBS das eigene Ziel bereits übertroffen. Kumulativ erzielte die Bank 10,7 Milliarden Dollar — über dem ursprünglichen Ziel von 10 Milliarden Dollar. Das Gesamtziel liegt nun bei 13,5 Milliarden Dollar bis Ende 2027. Die Integration soll bis Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein.
37 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital
Das eigentliche Thema des Tages ist ein anderes. Der Schweizer Bundesrat will, dass systemrelevante Banken ihre Beteiligungen an ausländischen Töchtern künftig vollständig mit hartem Kernkapital unterlegen. Heute deckt UBS nur etwa die Hälfte ab.
Die Folge: UBS beziffert den zusätzlichen Kapitalbedarf auf rund 37 Milliarden Dollar insgesamt — davon 22 Milliarden Dollar aus den neuen Bundesratsforderungen, weitere 15 Milliarden Dollar aus bereits bekannten Anforderungen infolge der CS-Übernahme. Die jährlichen Kapitalkosten lägen bei rund 3 Milliarden Dollar. UBS hat die vom Bundesrat veröffentlichten Berechnungen als teils irreführend bezeichnet und kündigt heute eine detaillierte Stellungnahme an.
Das Schweizer Parlament berät derzeit über das sogenannte „Lex UBS“-Paket. Eine Abstimmung könnte bis Mitte 2026 fallen, eine Umsetzung ist für 2027 vorgesehen.
Ziele für 2026 bleiben vorerst bestehen
Da neue Regeln frühestens 2027 greifen, hält UBS an seinen Zielen für das laufende Jahr fest: eine Eigenkapitalrendite von rund 15 Prozent und ein Aufwand-Ertrags-Verhältnis unter 70 Prozent. Die geplanten Kapitalrückführungen für 2026 stehen ebenfalls nicht zur Disposition. Für das Gesamtjahr erwarten 22 Analysten im Schnitt einen Nettogewinn von 8,2 Milliarden Franken.
Die Aktie notiert aktuell knapp 13 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 41,10 Euro vom Januar und hat seit Jahresbeginn rund 11 Prozent verloren. Wie klar das Management heute die Kapitalstrategie für die Zeit nach 2026 kommuniziert, dürfte die Kursreaktion maßgeblich prägen.
UBS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UBS-Analyse vom 29. April liefert die Antwort:
Die neusten UBS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UBS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
UBS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...