UBS Aktie: 15 Milliarden Dollar Kapitalbedarf statt 20
Schweizer Parlamentarier erwägen mildere Kapitalvorschriften für die UBS. Die Aktie legt zu und nähert sich dem Jahreshoch.

Kurz zusammengefasst
- Mildere Kapitalauflagen zeichnen sich ab
- Aktie steigt um knapp zwei Prozent
- Integration der Credit Suisse voran
- Kurs nahe am 52-Wochen-Hoch
Die UBS bekommt Rückenwind aus Bern. Schweizer Parlamentarier diskutieren laut übereinstimmenden Berichten eine deutliche Abschwächung der geplanten Kapitalvorschriften für die Großbank. Die Aktie reagiert mit einem Satz nach oben und kostet aktuell 41,90 Euro – ein Plus von knapp zwei Prozent an einem Tag.
Weniger Kapitalzwang als erwartet
Ursprünglich wollte die Regierung die Auslandstöchter der UBS zu 100 Prozent mit hartem Kernkapital unterlegen. Das hätte die Bank rund 20 Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Mitteln gekostet. Jetzt zeichnet sich ein Kompromiss ab.
Die neue Debatte dreht sich um eine Spanne von 70 bis 80 Prozent. Analysten rechnen dann mit einem Kapitalbedarf von etwa 15 Milliarden Dollar. Fünf Milliarden weniger als befürchtet. Sollte sich sogar die 50-Prozent-Variante durchsetzen, könnte die UBS ihr aktuelles Kernkapitalniveau halten – ohne frisches Geld einsammeln zu müssen.
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Parallel dazu treibt das Management die Integration der Credit Suisse voran. Seit März läuft die globale Kundenmigration auf die UBS-Systeme. Der Fokus liegt jetzt auf Effizienz – und das bedeutet Stellenabbau. Die Nachhaltigkeitsabteilung in Asien wurde halbiert. Weltweit arbeitet im zentralen ESG-Büro nur noch ein Drittel der Mitarbeiter vom Sommer 2023.
Kurs nahe am Rekord
Die Aktie liegt nur 0,33 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 42,04 Euro. Auf Jahressicht summiert sich das Plus auf 45 Prozent. Der RSI von 63,6 zeigt Kaufinteresse, ohne den Wert zu überhitzen. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt gut zehn Prozent.
Im Juli legt die UBS ihren Quartalsbericht vor. Festigt sich der politische Kompromiss, gewinnt die Bank Luft für Aktienrückkäufe oder höhere Dividenden. Voraussetzung: die Credit-Suisse-Integration bleibt auf Kurs.
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