UBS Aktie: Alternative Rechnungslegung als Ausweg
Ein Rechnungslegungswechsel könnte die UBS entlasten; ob der Vorschlag politisch Unterstützung erhält, ist noch offen.

Kurz zusammengefasst
- UBS-Aktie gewinnt am Mittwochabend vier Prozent
- Equity-Methode könnte Eigenmittelbedarf verringern
- Ständerat verlangt 90 Prozent Kernkapital
- Nationalratskommission berät Ende November
Im Schweizer Kapitalstreit taucht ein neuer Lösungsansatz auf. Die Großbank könnte ihre Tochtergesellschaften künftig deutlich konservativer bewerten, was den Bedarf an zusätzlichem Eigenkapital verringern dürfte. Die Aktie legte am Mittwochabend um 4,0 Prozent zu.
Was hinter dem Vorschlag steckt
Konkret geht es um einen Wechsel zur sogenannten Equity-Methode in der Rechnungslegung. Die UBS selbst hatte diesen Ansatz bereits im Februar in einem Positionspapier erörtert. Er schreibe konsequent eine sehr konservative Bewertung vor, hieß es damals.
Der Vorteil aus Sicht der Bank: Verluste einer Tochter schlagen konsistent auf die Muttergesellschaft und die Gruppe durch. Bewertungsschwankungen und Abschreibungen würden damit stark reduziert, ebenso das Risiko eines sehr hohen Bewertungsverlusts in einer Krise.
Wie stark der Vorschlag die UBS tatsächlich entlasten würde, ist offen. Die Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Ebenso unklar bleibt, ob er im Nationalrat Rückhalt findet.
Der politische Fahrplan
Der Ständerat hatte im September beschlossen, dass die UBS ihre ausländischen Töchter mit 90 Prozent hartem Kernkapital unterlegen muss. Das dürfte zusätzliche Eigenmittel von rund 16 Milliarden Dollar erfordern. Der Gesetzesentwurf des Bundesrats hatte sogar eine vollständige Unterlegung vorgesehen.
Derzeit liegt die Vorlage bei der Wirtschaftskommission des Nationalrats. Sie beschloss Ende Oktober, auf die Vorlage einzutreten, fällte aber noch keine Entscheide. Die Detailberatung ist für den 23. und 24. November angesetzt. Im Plenum dürfte das Thema in der Wintersession landen.
Weitere Impulse für den Kurs
Neben der Lösungssuche beim Kapital trugen offenbar auch neue Übernahmegerüchte zur Kursbewegung bei. Hinzu kam ein insgesamt freundliches Umfeld für Bankentitel.
Als Analysehaus trat die UBS zudem bei Airbus auf. Sie senkte das Kursziel für den Flugzeugbauer von 240 auf 230 Euro, bestätigte aber ihr „Buy“-Votum. 2026 dürfte Airbus besser abschneiden als erwartet, 2027 könnte das Unternehmen dagegen leicht hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Der nächste greifbare Termin ist die Detailberatung der Nationalratskommission am 23. und 24. November. Dort zeigt sich, ob die Equity-Methode überhaupt Eingang in die Debatte findet.
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