UBS-Finanzchef Todd Tuckner nutzte eine Investorenkonferenz von Morgan Stanley am Dienstag, um gleich zwei strukturelle Risikothemen offen anzusprechen. Die Botschaft: Die Bank kennt ihre Schwachstellen — und hat Antworten darauf. Zumindest vorerst.
Nullzins belastet das Schweizer Geschäft
Das Schweizer Retailgeschäft steht unter Druck. Der SNB-Leitzins von 0 % drückt auf die Nettozinserträge und macht es laut Tuckner schwierig, das Cost-Income-Ratio-Ziel für die Schweizer Einheit bis Ende 2026 zu erreichen. Für die Gesamtgruppe hingegen hält UBS an seinen Zielvorgaben fest — die Diversifikation über Wealth Management, Investment Bank und Asset Management gleicht den Margendruck im Heimmarkt ab.
Beim Thema Private Credit zeigte sich Tuckner gelassen. Trotz wachsender Branchenbedenken rund um Bewertungen und Transparenz — befeuert durch Insolvenzen wie die des Automobilzulieferers First Brands — erklärte der CFO das Engagement der Bank für vertretbar.
Kapitalentscheidung im April
Das eigentliche Spannungsfeld liegt woanders. Die Schweizer Regierung entscheidet voraussichtlich im April, wie viel zusätzliches Kapital UBS im Zuge der neuen Regulierung nach dem Credit-Suisse-Zusammenbruch vorhalten muss. UBS versucht weiterhin, auf eine Abschwächung dieser Anforderungen hinzuwirken. Tuckner stellte in Aussicht, dass Klarheit „in ein paar Wochen“ bestehe.
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Das Ergebnis dieser Entscheidung dürfte erheblichen Einfluss darauf haben, wie viel Spielraum UBS für Kapitalrückführungen behält. Für 2026 plant die Bank ein Aktienrückkaufprogramm von rund drei Milliarden Dollar; die Hauptversammlung am 15. April soll zudem eine Dividende von 1,10 US-Dollar je Aktie beschließen — ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Starke Basis, aber Aktie unter Druck
Diese Ankündigungen stehen vor einem soliden Hintergrund: 2025 erzielte UBS einen Nettogewinn von 7,8 Milliarden US-Dollar, die verwalteten Gruppenanlagen überstiegen erstmals sieben Billionen Dollar. Kumulierte Kosteneinsparungen aus der CS-Integration summierten sich auf 10,7 Milliarden Dollar.
Trotzdem notiert die Aktie mit einem Verlust von rund 17 Prozent seit Jahresanfang deutlich unter ihrem Januarhoch. Der Titel handelt knapp unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts — ein Niveau, das zeigt, wie stark die Kapitalregulierungsdebatte auf der Bewertung lastet. Die Hauptversammlung am 15. April und die erwartete Regierungsentscheidung werden zeigen, ob die robuste operative Basis die Unsicherheit rund um die Eigenkapitalanforderungen überwiegt.
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