UBS Aktie: Führungswechsel geplant

UBS-Chef Sergio Ermotti plant seinen Amtsantritt für April 2027. Die Bank fokussiert sich auf den Abschluss der Credit-Suisse-Integration und die interne Nachfolgeregelung.

Kurz zusammengefasst:
  • Geplanter CEO-Wechsel im April 2027
  • Abschluss der CS-Integration bis Anfang 2027
  • Vier interne Kandidaten für Nachfolge im Gespräch
  • Regulatorische Kapitalanforderungen als Herausforderung

Die UBS stellt sich für die Zeit nach der Credit-Suisse-Integration neu auf. CEO Sergio Ermotti hat einen klaren Zeitplan für seinen Rückzug genannt – mitten in einer Phase, in der Integration, Regulierung und Wachstumsambitionen gleichzeitig auf die Großbank einwirken. Wie gut passt dieser geordnete Führungswechsel zu den operativen Herausforderungen der kommenden Jahre?

Klarer Fahrplan für Ermottis Abgang

Sergio Ermotti, seit 2023 wieder an der Spitze der UBS und zentraler Architekt der Notübernahme der Credit Suisse, will sein Amt im April 2027 abgeben. Der Zeitpunkt ist eng mit dem Integrationsfortschritt verknüpft.

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Ermotti bekräftigte das Ziel, die komplexe Eingliederung der Credit Suisse bis Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 „substanziell“ abzuschließen. Dazu gehört unter anderem die technische Migration von mehr als 1,3 Millionen Kundenkonten – ein Großprojekt, das IT, Risiko- und Compliance-Strukturen gleichermaßen fordert.

Die Eckpunkte der aktuellen Lage:

  • Geplanter CEO-Rücktritt: April 2027
  • Ziel für „substanziellen“ Abschluss der CS-Integration: Ende 2026 / Anfang 2027
  • Aktueller Kurs: 47,36 USD, nur rund 1,5 % unter dem 52‑Wochen-Hoch
  • Kursplus 30 Tage: rund +30 %

Der klar kommunizierte Zeitplan sorgte zuletzt für eine stabile Kursentwicklung. Bei rund 47 USD bewegt sich die Aktie nahe ihrem jüngsten Hoch von 48,11 USD und deutlich über dem 52‑Wochen-Tief von 26,39 USD.

Nachfolgefrage rückt in den Mittelpunkt

Mit dem fixierten Enddatum für Ermottis Amtszeit richtet sich der Blick auf die potenziellen Nachfolger. Im Markt werden derzeit vier interne Kandidaten als aussichtsreich gehandelt:

  • Iqbal Khan: Co-Präsident Wealth Management & APAC, gilt intern als Favorit
  • Aleksandar Ivanovic: Leiter Asset Management
  • Robert Karofsky: Co-Präsident Wealth Management & Americas
  • Beatriz „Bea“ Martin: COO, verantwortlich u.a. für Technologie und Non-Core-Einheiten

Die Auswahl ist strategisch bedeutsam: Wealth Management, Asset Management und die operative Steuerung der Integrations- und Technologieprojekte stehen im Zentrum des künftigen Geschäftsmodells. Dass alle Namen aus den eigenen Reihen kommen, unterstreicht den Anspruch, die „neue UBS“ mit einem eingespielten Managementteam weiterzuführen.

Chartseitig spiegelt sich das Vertrauen des Marktes bislang im deutlichen Abstand zu den gleitenden Durchschnitten: Der Kurs liegt mehr als 23 % über dem 50‑Tage- und gut 30 % über dem 100‑Tage-Durchschnitt. Der RSI von knapp 64 signalisiert dabei ein kräftiges, aber noch nicht extrem überhitztes Momentum.

Analystenkritik und regulatorischer Druck

Trotz der starken Kursentwicklung gibt es Gegenstimmen. Barclays-Analystin Flora Bocahut hält an ihrem „Sell“-Rating fest und sieht den fairen Wert der Aktie bei 34,00 CHF – deutlich unter dem aktuellen Kursniveau (umgerechnet rund 42 CHF). Das begrenzte Aufwärtspotenzial, das sie der Aktie zuschreibt, steht im Kontrast zum breiten Analystenkonsens, der laut TipRanks bei „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 46,31 USD liegt.

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Für zusätzlichen Gegenwind sorgt der regulatorische Kontext:

  • In der Schweiz läuft ein Konflikt über verschärfte Kapitalanforderungen.
  • Diskutiert wird, dass UBS bis zu 24 Milliarden USD zusätzliches Kapital vorhalten muss.
  • Dies könnte mittelfristig Dividenden und Aktienrückkäufe begrenzen.

Diese Debatte liefert eine plausible Erklärung für die Skepsis einzelner Analysten. Höhere Kapitalquoten binden Mittel, die sonst an Aktionäre zurückfließen oder in Wachstum investiert werden könnten.

Parallel steht die Bank in China unter Beobachtung: Ende 2025 pausierte UBS bestimmte Transaktionen im Rahmen des QFI-Programms, nachdem Aufsichtsbehörden Aktivitäten ausländischer Institute im ETF-Markt prüften. Die Belastung ist bislang eher marginal, zeigt aber, dass das regulatorische Umfeld auch international anspruchsvoller wird.

Integration, Wachstum, Ausblick

Der angekündigte Rückzug Ermottis markiert perspektivisch das Ende einer Sonderphase, in der Krisenmanagement dominierte. Seine Vergütung von 17 Millionen USD im Jahr 2024 verdeutlicht die Größe der Aufgabe rund um die CS-Integration. Gleichzeitig versucht die Bank, den Blick stärker auf Wachstumsthemen zu lenken.

Auf der eigenen Greater China Conference in Shanghai bestätigte das Management einen positiven Ausblick für chinesische A-Aktien im Jahr 2026. Erwartete Bewertungsaufholungen in China sollen einen Beitrag zum Ertrag liefern, was zum selbstbewussten Auftreten der Bank in der Region passt.

Kurzfristig rücken nun zwei Punkte in den Vordergrund:

  1. Operative Umsetzung der Synergien:
    Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen, ob die Kostensynergien aus der Übernahme die Integrationskosten wie geplant übertreffen.

  2. Stabilität des Kursniveaus:
    Technisch gilt der Bereich um 47 USD als wichtige Marke. Hält diese Zone, bleibt der Aufwärtstrend der vergangenen Monate intakt; ein Bruch könnte auf eine Konsolidierung nach der starken 30‑Tage-Rally hindeuten.

Mit Blick auf die Hauptversammlung im April 2027 gewinnt das „Casting“ für den künftigen CEO kontinuierlich an Bedeutung. Bis dahin dürfte sich entscheiden, ob UBS die Credit-Suisse-Integration wie geplant abschließt und gleichzeitig die Balance zwischen höherem Kapitalschutz, Ausschüttungspolitik und Wachstumsambitionen halten kann.

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