UBS Aktie: Fusionsgespräche mit acht Banken?

FDP- und SVP-Politiker bringen eine niedrigere Eigenkapitalquote ins Gespräch; die Nationalratskommission berät als Nächstes über die Vorlage.

Redaktion Stock-World ·
Moderne Glasarchitektur eines Bankgebäudes bei Dämmerung als Symbol für Stabilität und strategische Finanzentscheidungen. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Portmann schlägt 75 Prozent vor
  • Dobler hält den Schwellenwert für machbar
  • UBS beziffert Mehrbedarf auf 16 Milliarden US-Dollar
  • Nationalratskommission berät als Nächstes

Die Debatte über die künftigen Kapitalanforderungen an die UBS hat eine neue Dynamik erhalten. Nachdem Berichte über angebliche Fusionsabklärungen der Bankspitze und Spekulationen über eine Verlegung des Hauptsitzes für Unruhe gesorgt haben, bringen bürgerliche Parlamentarier in Bern nun einen konkreten Kompromissvorschlag ins Spiel.

Bürgerliche Nationalräte werben für 75-Prozent-Quote

Im Schweizer Nationalrat formiert sich Widerstand gegen die jüngste Verschärfung der Auflagen. FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann schlägt vor, die ausländischen Beteiligungen der Großbank künftig zu 75 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) zu unterlegen.

Parteikollege Marcel Dobler bezeichnete diesen Schwellenwert ebenfalls als machbar. Auch SVP-Nationalrat Thomas Matter erwägt eine Verständigung und verlangt vor einer Festlegung eine erneute Anhörung des Kreditinstituts.

Auslöser der politischen Vermittlungsbemühungen ist die drohende finanzielle Last für den Konzern. Bei einer Unterlegung von 90 Prozent, wie sie zuvor der Ständerat verabschiedet hatte, beziffert die UBS ihren zusätzlichen Eigenkapitalbedarf auf rund 16 Milliarden US-Dollar.

Der Bundesrat hatte im Vorfeld sogar eine vollständige Unterlegung von 100 Prozent verlangt. Derzeit müssen Auslandstöchter lediglich mit 45 Prozent hartem Kernkapital sowie 17 Prozent an sogenannten AT1-Anleihen abgesichert werden. Als nächstes Beratungsgremium befasst sich nun die Wirtschaftskommission des Nationalrats mit der Vorlage.

Gerüchte über Fusionsoptionen im Ausland

Parallel zu den parlamentarischen Initiativen sorgten Medienberichte über strategische Alternativen für Bewegung. Laut SonntagsBlick haben mindestens acht global tätige Banken Interesse an Fusionsgesprächen signalisiert, darunter Morgan Stanley, die Deutsche Bank und Standard Chartered.

Berichten zufolge soll die Führungsspitze um Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher und Konzernchef Sergio Ermotti Optionen geprüft haben, um über einen Zusammenschluss oder eine Sitzverlegung den strengen heimatlichen Vorgaben zu entgehen. Die UBS lehnte eine Stellungnahme zu diesen Spekulationen ab.

Finanzministerin Karin Keller-Sutter wies solche Szenarien jedoch entschieden zurück. Ein Wegzug aus der Schweiz sei wenig plausibel, da er mit erheblichen Kosten sowie hoher rechtlicher Komplexität verbunden wäre. Das gesamte Geschäftsmodell der Großbank baue auf dem Schweizer Standort auf, weshalb die anvisierten regulatorischen Hürden für das Institut verkraftbar seien.

Schützenhilfe erhielt die Regulierungslinie zudem von SNB-Präsident Martin Schlegel, der sich für eine möglichst konsequente Eigenkapitalunterlegung aussprach.

An den Finanzmärkten sorgten die unterschiedlichen Signale für rege Handelsaktivität. Am Freitag schloss das Papier der UBS bei 43,59 Euro, was einem Tagesplus von 2,3 Prozent entsprach.

Auf längere Sicht spiegelt die Notierung eine robuste Verfassung wider: Mit einem aktuellen Stand von 7,7 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 40,46 Euro behauptet der Titel seinen übergeordneten Aufwärtstrend, während die parlamentarische Debatte in die entscheidende Phase geht.

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UBS Aktie

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