Die UBS wehrt sich massiv gegen Pläne der Schweizer Regierung. Der Bundesrat will die Kapitalvorschriften für systemrelevante Banken verschärfen – doch Europas größter Vermögensverwalter schlägt Alarm. Die geforderten Auflagen würden die Bank 24 Milliarden Dollar kosten und die Wettbewerbsfähigkeit gefährden.
24 Milliarden Dollar Mehrbelastung
Der Kern des Konflikts: Die geplanten Regeln würden von der UBS verlangen, ausländische Tochtergesellschaften vollständig mit Eigenkapital zu unterlegen. Das Ergebnis wären Kapitalanforderungen, die mindestens 50 Prozent über jenen amerikanischer und europäischer Konkurrenten liegen.
CEO Sergio Ermotti findet deutliche Worte: Die Reformvorschläge gingen „zu weit“. Die UBS warnt vor konkreten Folgen:
- Das Geschäftsmodell würde unter Druck geraten
- Höhere Kosten müssten an Kunden weitergegeben werden
- Die Schweizer Wirtschaft würde belastet
- Die internationale Konkurrenzfähigkeit wäre eingeschränkt
Die Schweizerische Bankenvereinigung unterstützt die Position der UBS. Die Credit-Suisse-Krise sei nicht durch mangelndes Eigenkapital entstanden, sondern durch zu viel regulatorischen Spielraum.
Politische Wende bahnt sich an
Die Lobbyarbeit zeigt Wirkung. Die Schweizerische Volkspartei (SVP), stärkste Kraft im Parlament, hat sich für einen Kompromissvorschlag positioniert. Dieser würde die Belastung für die Großbank deutlich reduzieren.
Ermotti sieht Fortschritte: Die Diskussion über die Bankenreformen werde „langsam wieder sachlicher“. An der Börse honorieren Investoren diese Entwicklung. Seit Anfang Dezember legte die Aktie über 20 Prozent zu.
Durchbruch in den USA
Während in der Schweiz der Regulierungsstreit tobt, meldet die UBS einen Erfolg aus den USA. Das Office of the Comptroller of the Currency erteilte eine erste bedingte Genehmigung für eine nationale Banklizenz. Bei finaler Zulassung – möglicherweise noch 2026 – wäre die UBS die erste Schweizer Bank mit einer solchen Lizenz.
Das würde das Dienstleistungsangebot erweitern: Girokonten, Sparkonten und Hypotheken könnten direkt angeboten werden. Die USA gelten als zentraler Wachstumsmarkt für das Wealth-Management-Geschäft.
Nachfolge und Ausblick
Ermotti bestätigte die Suche nach einem Nachfolger. Er plane, mindestens bis Ende 2026 oder Frühjahr 2027 im Amt zu bleiben, um die Credit-Suisse-Integration abzuschließen. Als Kandidaten gelten Aleksandar Ivanovic (Asset Management), Iqbal Khan und Robert Karofsky (beide Wealth Management) sowie Beatriz Martin (COO).
Am 4. Februar folgen die Quartalszahlen. Bank of America Securities stufte die Aktie im Dezember auf „Buy“ hoch und hob das Kursziel von 44 auf 60,30 Dollar an. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 150 Milliarden Dollar.
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