UBS Aktie: Londons Werben um die Bank
Die UBS prüft intern mögliche Alternativen zu strengeren Schweizer Kapitalvorgaben, betont aber, nicht umziehen zu wollen.

Kurz zusammengefasst
- Reeves besprach Umzug mit Kelleher
- UBS prüft mehrere mögliche Szenarien
- Ständerat senkte Kapitalvorgabe auf 90 Prozent
- Nationalratskommission berät noch im Oktober
London wollte die UBS offenbar an die Themse locken. Die britische Regierung soll versucht haben, die Großbank zu einem Umzug von Hauptsitz und Börsennotierung zu bewegen. Der Zeitpunkt passt zu einem Streit in der Schweiz, der die Bank seit Monaten beschäftigt.
Gespräche auf höchster Ebene
Die frühere britische Schatzkanzlerin Rachel Reeves hat die Möglichkeit eines solchen Schritts demnach mit UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher erörtert. Das jüngste Treffen fand Anfang 2026 statt. UBS und Reeves wollten sich dazu nicht äußern, das britische Schatzamt reagierte nicht auf eine Anfrage.
Bei einem Umzug wäre die UBS das viertgrößte Unternehmen im Londoner Leitindex FTSE 100. In Großbritannien beschäftigt die Bank bereits rund 8.000 Mitarbeitende, vor allem im Investmentbanking, in der Vermögensverwaltung und im Asset Management.
Szenarien für den Ernstfall
Parallel dazu soll die Bank intern Alternativen durchspielen, falls die Schweiz zu strenge Kapitalregeln beschließt. Eine Gruppe im Haus prüft laut Insidern mögliche Szenarien: eine Verlagerung des Hauptsitzes, eine Fusion oder den Kauf kleinerer US-Banken.
Auch eine Übernahme der UBS selbst gehört demnach zu den Gedankenspielen. Aktive Gespräche gibt es nicht. Als theoretisch beste Partnerin gilt Morgan Stanley, wo Kelleher viele Jahre arbeitete.
Kern des Streits ist die Kapitalunterlegung ausländischer Töchter. Die Regierung will eine Deckung mit hartem Kernkapital zu 100 Prozent, was mehr als 20 Milliarden Dollar binden könnte. Der Ständerat senkte die Vorgabe im September auf 90 Prozent.
Der UBS ist das weiterhin zu viel, sie sieht ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Derzeit gilt eine Unterlegung von 60 Prozent, die teilweise mit günstigerem Kapital erfüllt werden darf.
Die Bank betont, nicht umziehen zu wollen, und verweist auf den Wert ihrer Schweizer Basis. Finanzministerin Karin Keller-Sutter hält einen Wegzug für unwahrscheinlich, weil er teuer und rechtlich kompliziert wäre. Kelleher hatte im vergangenen Monat jedoch gesagt, die UBS müsse ihre Zukunft in der Schweiz überdenken, falls die Regeln zu hart ausfielen.
Termine im Oktober
Die Bank hat im laufenden Jahr eine US-Banklizenz erhalten und will dort wachsen. Genau das berührt den Kern der Schweizer Pläne, die Steuerzahler vor Verlusten im US-Geschäft schützen sollen.
Noch im Oktober beginnt die zuständige Kommission des Nationalrats mit der Beratung der vom Ständerat beschlossenen Vorgaben. Ihr Ergebnis dürfte zeigen, wie ernst die UBS ihre Alternativen nehmen muss. Die Analystenziele reichen derzeit von 44 bis 60 Schweizer Franken.
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