UBS Aktie: Parlament debattiert AT1-Kompromiss
Ein möglicher AT1-Kompromiss könnte UBS jährlich mehrere hundert Millionen Dollar entlasten, während weiterhin rund 13 Milliarden US-Dollar nötig wären.

Kurz zusammengefasst
- Parlament diskutiert 50 Prozent AT1-Unterlegung
- Mögliche Entlastung um mehrere hundert Millionen
- UBS warnt vor sinkender Wettbewerbsfähigkeit
- JPMorgan hebt Kursziel auf 50 Franken
Das Tauziehen um die künftigen Eigenkapitalanforderungen für die UBS spitzt sich zu. Im Zentrum der Debatte im Schweizer Parlament steht die Frage, wie streng die Vorgaben nach der Übernahme der Credit Suisse ausfallen dürfen, ohne die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Großbank zu gefährden. Für die Aktionäre geht es dabei um erhebliche finanzielle Spielräume.
An der Börse notierte das Papier am Freitag zum Handelsschluss bei 43,71 Euro. Trotz jüngster Schwankungen verzeichnet der Titel seit Jahresanfang ein Plus von 9,9 Prozent.
Entlastung durch den AT1-Kompromiss
Die Diskussionen in Bern drehen sich vor allem um die Unterlegung der ausländischen Tochtergesellschaften. Ein im Schweizer Parlament diskutierter Kompromiss sieht vor, diesen Einheiten eine 50-prozentige Unterlegung mit zusätzlichem Kernkapital (AT1) zu gestatten. Diese Variante würde die Bank spürbar weniger belasten als die ursprüngliche Linie des Bundesrats.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag unter Berufung auf Investoren berichtete, könnte diese Regelung dem Institut Einsparungen von mehreren hundert Millionen Dollar pro Jahr bringen. Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter hatte diesen Schritt zuvor kritisiert und sich gegen ein Aufweichen der ursprünglichen Pläne ausgesprochen.
UBS selbst hatte die Diskussion um Alternativen begrüßt. Allerdings wies das Institut darauf hin, dass auch die abgemilderte Variante immer noch rund 13 Milliarden US-Dollar an zusätzlichem Kapital erfordern würde.
Grundsatzdebatte über den Standort
Die regulatorische Härte ruft deutliche Reaktionen hervor. Colm Kelleher erklärte am Donnerstag, die Bank müsse ihre Zukunft in der Schweiz sorgfältig prüfen, sollten die neuen Regeln so strikt ausfallen, dass das Institut nicht mehr konkurrenzfähig bleibe. Diese Warnung unterstreicht den wachsenden Druck auf die politischen Entscheidungsträger, eine Balance zwischen Finanzstabilität und globaler Wettbewerbsfähigkeit zu finden.
Bereits am 8. September passte JPMorgan die eigene Bewertung an. Die US-Bank hob das Kursziel für die Aktie von 46 auf 50 Franken an und bestätigte die Einstufung „Overweight“.
Bereinigung der Konzernstrukturen
Parallel zum politischen Ringen treibt der Konzern die Bereinigung seiner Bilanzen und weltweiten Aktivitäten voran. Das vor rund zwei Wochen fortgesetzte Anleihenrückkaufprogramm veränderte die Kapitalstruktur weiter. Zudem kündigte die Bank für den 30. September die Rückzahlung einer festverzinslichen Anleihe im Volumen von 750 Millionen britischen Pfund an.
Gleichzeitig strafft die Großbank ihre internationalen Vertriebskanäle. Zum Monatsende September schließt UBS ihre Vertriebseinheit für Fonds in Shenzhen, die Ende 2022 an den Start gegangen war. Andere Plattformen für das Wealth Management in China bleiben von diesem Schritt unberührt und werden planmäßig weitergeführt.
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