Starke Gewinne, aber fallende Aktie – bei UBS klafft derzeit eine auffällige Lücke zwischen operativer Leistung und Marktreaktion. Während das Unternehmen für 2025 einen Gewinnsprung von 53 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar meldete und die verwalteten Vermögen erstmals die Marke von sieben Billionen Dollar überstiegen, verlor die Aktie im bisherigen Jahresverlauf rund 16 Prozent. Drei parallele Belastungsfaktoren erklären, warum Anleger trotz glänzender Zahlen skeptisch bleiben.
Holocaust-Klagen: Offene Rechtsfragen aus der CS-Übernahme
Vor einem US-Bundesgericht in Brooklyn versucht UBS derzeit, sich vor möglichen neuen Klagen im Zusammenhang mit der NS-Vergangenheit der früheren Credit Suisse zu schützen. Die Bank beantragte beim zuständigen Richter eine sogenannte „Clarifying Order“, die klarstellen soll, dass der 1999 geschlossene Vergleich über 1,25 Milliarden US-Dollar alle vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Ansprüche aus dieser Ära abdeckt.
Auslöser ist eine interne Untersuchung aus dem Jahr 2020, die 890 Kontoverbindungen der früheren Credit Suisse mit möglichen Verbindungen zum Nationalsozialismus aufgedeckt hatte. UBS hat bereits 16,5 Millionen Dokumente an US-Ermittler übergeben, blockiert jedoch rund 150 weitere Akten unter Berufung auf das Anwaltsgeheimnis. Der Richter ließ offen, wann er entscheiden wird – die Rechtsunsicherheit bleibt damit vorerst bestehen.
Stellenabbau und IT-Migration als Doppelbelastung
Intern läuft unterdessen der größte Personalabbau in der Geschichte des Schweizer Finanzplatzes an. Der Geschäftsbericht 2025 weist 7.538 Abgangsentschädigungen aus – ein Anstieg von rund einem Drittel gegenüber dem Vorjahr. Ende März soll eine weitere Entlassungswelle folgen.
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Zeitgleich beginnt UBS Ende März mit der Abschaltung der Legacy-IT-Systeme der Credit Suisse, mit dem Ziel, die vollständige Migration bis Ende 2026 abzuschließen. Rund 85 Prozent der Schweizer Kundenkonten sind bereits migriert, die kumulierten Bruttokosteneinsparungen belaufen sich auf 10,7 Milliarden Dollar. Der technisch anspruchsvolle Abschluss dieses Prozesses bleibt einer der entscheidenden Meilensteine des Jahres.
Verwaltungsrat vor Generalversammlung neu aufgestellt
Für die Generalversammlung am 15. April 2026 nominiert UBS zwei prominente Neuzugänge: Agustín Carstens, ehemaliger Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, bringt Zentralbank- und Finanzstabilitätserfahrung mit. Luca Maestri, langjähriger CFO von Apple und aktuell Vice President of Corporate Services dort, steht für Kapitalallokations-Expertise aus dem Tech-Umfeld. Drei langjährige Verwaltungsräte, darunter Vizepräsident Lukas Gähwiler, scheiden aus.
Der nächste konkrete Gradmesser folgt am 29. April 2026 mit den Quartalszahlen. Im Mittelpunkt werden dann der Fortschritt der IT-Migration, mögliche Einmalkosten und erste Signale zur Rechtslage in Brooklyn stehen – Faktoren, die den Kurs in den kommenden Wochen maßgeblich beeinflussen dürften.
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