UBS Aktie: Ultimatum an den Bundesrat

UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher fordert Nachbesserungen an geplanten Schweizer Kapitalvorschriften, die bis zu 26 Milliarden Dollar zusätzliches Eigenkapital erfordern würden.

Eduard Altmann ·
UBS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Ultimatum zur Milderung geplanter Kapitalregeln
  • Aktienrückkäufe von Regulierungsausgang abhängig
  • Aktionäre stimmen erhöhter Dividende zu
  • Entscheidende Termine Ende April 2026

Colm Kelleher hat auf der gestrigen Generalversammlung in Basel eine klare Botschaft nach Bern geschickt: Entweder die Schweiz mildert ihre geplanten Kapitalregeln ab — oder UBS prüft Konsequenzen. Welche das sein könnten, ließ der Verwaltungsratspräsident bewusst offen. Die Wirkung war dennoch unmissverständlich.

Die vorgeschlagenen Eigenkapitalanforderungen des Bundesrats würden UBS dazu zwingen, bis zu 26 Milliarden US-Dollar an zusätzlichem Kernkapital vorzuhalten. Allein der aktuelle Entwurf zur Behandlung immaterieller Vermögenswerte würde rund 3 Milliarden US-Dollar frisches Kapital in die Schweizer Einheit erfordern. Kelleher nannte die Vorschläge „extrem“ — und betonte, sie böten kaum Mehrwert für die Finanzstabilität.

Schrumpfen kommt nicht in Frage

Eine Verkleinerung der Bank schloss Kelleher explizit aus. Wachsen ja, schrumpfen nein — das ist die Linie. Allerdings machte er deutlich, dass der Umfang künftiger Aktienrückkäufe direkt vom Ausgang der Kapitalverhandlungen abhängt. Für Aktionäre ist das eine relevante Variable: Weniger Spielraum bei Rückkäufen bedeutet weniger Kapitalrückfluss.

Der Hintergrund der Debatte liegt im Credit-Suisse-Kollaps von 2023. Die Schweiz will sicherstellen, dass eine systemrelevante Bank dieser Größe nie wieder in einer staatlich orchestrierten Notrettung enden muss. Die UBS-Führung sieht die geplanten Regeln jedoch als unverhältnismäßig.

Aktionäre einig, Kalender eng

An der Generalversammlung selbst gab es wenig Reibung. Die Aktionäre stimmten allen Anträgen zu — darunter eine um 22 Prozent erhöhte Dividende von 1,10 US-Dollar je Aktie, getragen von einem Jahresnettogewinn von 7,8 Milliarden US-Dollar. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurden Luca Maestri, langjähriger CFO von Apple, sowie Agustín Carstens, ehemaliger Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

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CEO Sergio Ermotti soll die Bank durch die regulatorische Unsicherheit führen — laut Reuters möglicherweise bis weit in die zweite Hälfte des Jahres 2027, da ein interner Nachfolger noch nicht feststeht.

Die UBS-Aktie notiert mit rund 36,60 Euro klar über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 34,87 Euro, liegt aber noch knapp elf Prozent unter dem Jahreshoch vom Januar.

Zwei Termine bestimmen den Takt

Der Zeitplan ist eng. Am 22. April entscheidet der Bundesrat über den Gesetzesentwurf zu den Kapitalregeln — ein Signal, das Parlamentariern Orientierung gibt, bevor sie Anfang Mai über das übergeordnete Gesetz zur Kapitalisierung ausländischer Einheiten beraten. Nur eine Woche später, am 29. April, legt UBS seine Quartalszahlen für Q1 2026 vor. Dann wird sich zeigen, ob die laufende Credit-Suisse-Integration und die operative Rentabilität die angestrebte Eigenkapitalrendite von 15 Prozent stützen — oder ob der regulatorische Druck bereits Spuren hinterlässt.

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UBS Aktie

40,53 EUR

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Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 3,00 %
Marktkapitalisierung 121,41 Mrd. EUR
ISIN: CH0244767585 WKN: A12DFH

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