UBS meldet einen wichtigen Fortschritt bei der Expansion in den US-Markt und konkretisiert gleichzeitig die Nachfolge an der Konzernspitze. Dazu kommt: Die Integration der übernommenen Credit Suisse liegt im Plan, während strengere Schweizer Kapitalregeln als Belastungsfaktor im Hintergrund bleiben. Wie fügt sich das zu einem Gesamtbild für die Großbank zusammen?
- Erste bedingte US-Banklizenz durch die OCC
- Mögliche finale Genehmigung noch 2026
- CEO Ermotti plant Amtszeit bis Ende 2026/Frühjahr 2027
- Credit-Suisse-Integration mit früher erreichten Kosteneinsparungen
- Strengere Schweizer Kapitalanforderungen als zentrales Risiko
Meilenstein bei US-Banklizenz
Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) hat UBS eine erste bedingte Genehmigung für eine US-National-Banklizenz erteilt. Damit rückt die Schweizer Großbank als erste ihrer Art in Reichweite einer vollwertigen US-Banklizenz. Der Antrag war im Oktober 2025 eingereicht worden.
Mit der vollständigen Lizenz könnte UBS Bank USA künftig das gesamte Spektrum an Retail-Banking-Dienstleistungen anbieten. Dazu gehören unter anderem Girokonten, Sparprodukte und Hypotheken. Strategisch zielt die Bank damit auf eine zentrale Ertragsquelle im US-Wealth-Management, die bisher im Vergleich zur Konkurrenz unterentwickelt ist.
Aktuell stammen nur rund 24 % der US-Wealth-Management-Umsätze von UBS aus Nettozinserträgen. Wettbewerber wie JPMorgan oder Bank of America kommen hier auf 40 bis 50 %. Die neue Lizenz soll helfen, diese Lücke mittelfristig zu verkleinern.
Ein Sprecher bezeichnete den Schritt als bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zur endgültigen Genehmigung und betonte den Wachstumsanspruch der Bank im US-Vermögensverwaltungsgeschäft. Die zweite, finale Genehmigung könnte noch in diesem Jahr folgen, sofern UBS die von den US-Behörden festgelegten Auflagen erfüllt.
Die US-Expansion läuft vor dem Hintergrund einer verschärften Regulierung im Heimatmarkt: Nach der Credit-Suisse-Übernahme plant die Schweizer Regierung strengere Kapitalvorschriften für Auslandsaktivitäten.
Nachfolge an der Spitze: Ermotti plant Übergang
CEO Sergio Ermotti hat in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger seine Pläne für die eigene Nachfolge präzisiert. Er will die Integration der Credit Suisse abschließen und mindestens bis Ende 2026 oder bis ins Frühjahr 2027 im Amt bleiben.
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Ermotti betont dabei die Bedeutung interner Kandidaten. Kontinuität und die bestehende Unternehmenskultur stehen für ihn im Vordergrund, auch wenn er externe Talente nicht grundsätzlich ausschließt.
Als aussichtsreiche interne Kandidaten für die künftige Konzernführung gelten:
- Aleksandar Ivanovic – Head of Asset Management
- Iqbal Khan – Co-Präsident Global Wealth Management und Chef Asien-Pazifik
- Robert Karofsky – Co-Präsident Global Wealth Management und Präsident Americas
- Beatriz Martin – Chief Operating Officer
Damit stellt UBS die Weichen für einen geordneten Führungswechsel nach Abschluss der Integrationsphase.
Credit-Suisse-Integration und Kostenziele
Die Eingliederung der Credit Suisse kommt voran. In der Schweiz werden im Rahmen der Restrukturierung rund 3.000 Stellen abgebaut, ein Großteil davon über natürliche Fluktuation und Frühpensionierungen. Seit der Übernahme 2023 ist die Gesamtbelegschaft bereits um etwa 15.000 Mitarbeiter auf rund 105.000 reduziert worden.
Ein wichtiger operativer Meilenstein ist die Kundenmigration in der Schweiz, die im ersten Quartal 2026 abgeschlossen sein soll. Finanzielle Synergien zeigen sich ebenfalls früher als geplant: UBS hat kumulierte Kosteneinsparungen von 10 Milliarden US-Dollar ein Quartal vor dem ursprünglichen Zeitplan erreicht.
Regulierung und Ausblick
Auf der Ergebnissseite steht als nächster Fixpunkt die Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal 2025. Diese sollen am 4. Februar 2026 vor Börsenbeginn vorgelegt werden. Der Analystenkonsens ist positiv: Von 16 Analysten empfehlen die meisten die Aktie zum Kauf. Bank of America hat ihre Einstufung im Dezember 2025 von „Neutral“ auf „Buy“ angehoben und das Kursziel von 35 auf 48 Schweizer Franken erhöht.
Gleichzeitig bleibt die Schweizer Kapitalregulierung ein wesentliches Unsicherheitselement. Die Konsultationsfrist für verschärfte Eigenkapitalanforderungen ist vergangene Woche ausgelaufen. Nach Berechnungen der Bank könnten die Vorschläge bis zu 26 Milliarden US-Dollar zusätzliches Kapital erfordern. CEO Ermotti beschreibt die Debatte zwar als „langsam wieder sachlicher werdend“, die möglichen Effekte auf die Kapitalplanung und künftige strategische Spielräume dürften jedoch ein Kernthema der kommenden Quartale bleiben.
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