UBS Aktie: Vorsteuergewinn springt 64 Prozent

Die Schweizer Großbank überrascht mit starken Quartalszahlen, steigenden Erträgen und kündigt ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm an.

Eduard Altmann ·
UBS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Vorsteuergewinn steigt um 64 Prozent
  • Neues Rückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar
  • Vermögensverwaltung mit starken Nettomittelzuflüssen
  • CS-Integration schreitet planmäßig voran

UBS hat am heutigen Mittwoch mit ihren Zahlen zum zweiten Quartal die Erwartungen der Marktteilnehmer klar übertroffen. Der Vorsteuergewinn kletterte auf 3,59 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 64 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Schweizer Großbank reagierte umgehend und kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden US-Dollar an, das bis Mitte 2027 laufen soll.

Der Konzerngewinn stieg im Berichtsquartal auf 2,80 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von 17 Prozent zum Vorjahreswert. Die Gesamterträge legten um 13 Prozent auf 13,7 Milliarden US-Dollar zu. Getragen wurde das Ergebnis nach Einschätzung der Analysten von Vontobel maßgeblich durch ein starkes Aktienhandelsgeschäft in der Investment Bank.

Vermögensverwaltung als Wachstumstreiber

Im Kernsegment Global Wealth Management verzeichnete UBS im zweiten Quartal Nettoneugeldzuflüsse von 35,5 Milliarden US-Dollar. Das insgesamt verwaltete Vermögen der Gruppe erreichte damit 7,326 Billionen US-Dollar. Diese Größenordnung unterstreicht die Stellung der Bank als eine der größten Vermögensverwalterinnen weltweit und liefert zugleich eine solide Basis für wiederkehrende Erträge, unabhängig von den Schwankungen im Handelsgeschäft.

Die Analysten von RBC bezeichneten die Quartalszahlen als stark und hoben besonders hervor, wie UBS die operative Hebelwirkung bei günstigen Marktbedingungen genutzt habe. ZKB stufte das Ergebnis als sehr gut ein und verwies auf die überdurchschnittliche Performance im Investment Banking als zusätzlichen Pluspunkt.

Kapitalrückführung nimmt Fahrt auf

Mit dem neuen Rückkaufvolumen von 3 Milliarden US-Dollar signalisiert das Management Zuversicht in die eigene Kapitalstärke. Bereits in den kommenden drei Monaten will die Bank eigene Aktien im Wert von mindestens 1 Milliarde US-Dollar zurückkaufen. Die Analysten von Jefferies begrüßten die Ankündigung ausdrücklich und werteten zudem den Fortschritt bei der Ausgliederung des Nicht-Kerngeschäfts als positives Signal für die künftige Kapitaleffizienz.

Parallel dazu rückt die Integration der 2023 übernommenen Credit Suisse in ihre finale Phase. Zum Stichtag Ende Juni waren nach Angaben des Managements mehr als 90 Prozent der ehemaligen CS-IT-Anwendungen außer Betrieb genommen. Die kumulierten Brutto-Kosteneinsparungen aus der Fusion belaufen sich mittlerweile auf 12,6 Milliarden US-Dollar. Bereits am 18. Juli hatte die Bank den operativen Abschluss der globalen Migration von rund 1,2 Millionen ehemaligen Credit-Suisse-Kunden auf die einheitliche UBS-IT-Infrastruktur bestätigt.

Der Stellenabbau im Zuge der Fusion schlägt sich weiter in der Belegschaft nieder: Zum 30. Juni sank der Personalbestand erstmals seit der Übernahme unter die Marke von 100.000 Vollzeitstellen, auf nun 99.085. Für Anleger ist dies ein Indiz dafür, dass die versprochenen Synergieeffekte planmäßig realisiert werden – ein Aspekt, der angesichts der Komplexität der größten Bankenfusion der jüngeren Schweizer Geschichte keineswegs selbstverständlich ist.

Kurs nähert sich Jahreshoch

Der Markt honorierte die Zahlen unmittelbar: Die Aktie legte am heutigen Handelstag um 2,14 Prozent zu und notiert damit nur noch 3,03 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursgewinn auf 17,50 Prozent. Die Reaktion zeigt, dass Investoren die Kombination aus Gewinnsprung, robustem Vermögenszuwachs und erweitertem Rückkaufprogramm als starkes Gesamtpaket werten.

Regulatorisch bleibt für UBS ein Thema im Blick, das über das Tagesgeschäft hinausreicht: Am 10. August setzt die zuständige Kommission des Schweizer Ständerats ihre Beratungen zur Revision der „Too Big to Fail“-Gesetzgebung fort. Im Kern geht es um verschärfte Eigenkapitalanforderungen für die Bank, deren Ausgang für die künftige Kapitalplanung von Bedeutung sein dürfte. Bis dahin dürfte der Fokus der Anleger jedoch auf der operativen Stärke liegen, die UBS mit den heutigen Zahlen demonstriert hat.

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