UBS Aktie: Wackelige Angelegenheit?

Die Schweizer Aufsicht erhöht die Eigenkapitalanforderungen für UBS massiv, während andere Länder lockern. Die Bank steht vor einer ihrer größten regulatorischen Herausforderungen.

Felix Baarz ·
UBS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kapitalanforderungen könnten um 769 Basispunkte steigen
  • Entscheidung des Bundesrats im April erwartet
  • Neue Verwaltungsräte mit Regulierungsexpertise nominiert
  • Aktie notiert deutlich unter Jahreshoch

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA bleibt hart: Während andere Länder ihre Kapitalanforderungen für Banken lockern, zieht die Schweiz die Zügel für UBS deutlich an. Das schafft ein Wettbewerbsumfeld, das die Bank vor eine der größten regulatorischen Herausforderungen ihrer Geschichte stellt.

Schweiz geht eigenen Weg

Der Kontrast ist markant. In den USA sollen die Kapitalanforderungen im Zuge der Deregulierung um 168 Basispunkte auf 9,8 Prozent sinken, in Großbritannien um 102 Basispunkte auf 11,3 Prozent. Für UBS hingegen rechnen Experten von Alvarez & Marsal mit einer Anhebung des Mindestniveaus für das CET1-Kapital um 769 Basispunkte auf 19,2 Prozent.

Der Hintergrund ist bekannt: Der Zusammenbruch der Credit Suisse 2023 und die staatlich erzwungene Übernahme durch UBS haben die Schweiz sensibilisiert. Als einzige global systemrelevante Bank des Landes trägt UBS nun das volle Gewicht dieser Lehren. Künftig sollen Beteiligungen an ausländischen Tochtergesellschaften vollständig mit Eigenkapital unterlegt werden – die Anforderungen steigen über sieben Jahre schrittweise an.

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April als Schlüsselmonat

Operativ läuft das Geschäft solide. Der Nettogewinn 2025 belief sich auf 7,8 Milliarden Dollar, die Migration der Credit-Suisse-Kunden ist abgeschlossen. Da die neuen Kapitalregeln voraussichtlich nicht vor 2027 greifen, hält UBS vorerst an seinem Ziel fest: eine RoCET1-Rendite von rund 15 Prozent bis Ende 2026.

Mitte April könnte der Bundesrat eine entsprechende Verordnung beschließen. Parallel dazu findet am 15. April die Generalversammlung in Basel statt. Drei langjährige Verwaltungsräte treten nicht mehr zur Wiederwahl an, darunter Vizepräsident Lukas Gähwiler. Als Nachfolger nominiert der Verwaltungsrat Agustín Carstens, früherer Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Apple-Ex-CFO Luca Maestri sowie Markus Ronner – ein Trio, das Regulierungskenntnisse und Finanzsteuerung in den Aufsichtsrat bringt. Kein unpassender Zeitpunkt für solche Profile.

Die Aktie notiert aktuell rund 20 Prozent unter ihrem Jahreshoch vom Januar, was die Unsicherheit rund um das regulatorische Umfeld widerspiegelt. Mit der Bundesratsentscheidung im April und der anschließenden Gesetzesvorlage im ersten Halbjahr 2026 werden sich die Konturen des künftigen Kapitalrahmens konkretisieren – und damit auch die Frage, wie viel Spielraum UBS für Ausschüttungen und Wachstum tatsächlich bleibt.

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UBS Aktie

32,76 EUR

+ 1,15 EUR +3,64 %
KGV 15,55
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 3,76 %
Marktkapitalisierung 89,91 Mrd. EUR
ISIN: CH0244767585 WKN: A12DFH

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