UBS: Carstens und Ronner in Verwaltungsrat

UBS stellt Verwaltungsrat neu auf und kritisiert geplante Kapitalvorschriften des Bundesrats scharf. Die Aktie verliert seit Jahresbeginn.

Eduard Altmann ·
UBS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Agustín Carstens neu im Gremium
  • Kelleher attackiert Regulierungspläne
  • Dividende mit 99,86 Prozent bestätigt
  • Quartalszahlen am 29. April erwartet

Nach der Generalversammlung vom 15. April in Basel hat UBS seinen Verwaltungsrat grundlegend neu aufgestellt — und gleichzeitig einen offenen Konflikt mit Bern ausgetragen.

Prominente Neuzugänge, klare Abgänge

Der auffälligste Neuzugang: Agustín Carstens, langjähriger Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Er bringt internationales Gewicht in ein Gremium, das UBS gerade in turbulenten Regulierungszeiten braucht. Neu gewählt wurden außerdem Markus Ronner und Luca Maestri. Ronner, bisher Group Chief Compliance and Governance Officer, rückt als Vizepräsident auf — ein Signal, dass UBS Governance-Expertise gezielt stärkt.

Auf der anderen Seite traten Lukas Gähwiler, William C. Dudley und Jeanette Wong nicht mehr zur Wiederwahl an. Gähwiler beendet damit eine 45-jährige Karriere im Bankwesen.

Die Aktionäre stützten den Verwaltungsrat mit klaren Mehrheiten. Fast alle Traktanden erhielten über 90 Prozent Zustimmung. Die Dividende von 1,10 US-Dollar je Aktie genehmigten sie mit 99,86 Prozent. Ausgezahlt wurde bereits am 23. April.

Kelleher greift Bundesrat frontal an

Das eigentliche Spannungsfeld der Versammlung war die Regulierungsdebatte. Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher wiederholte seine Kritik an den geplanten Kapitalvorschriften des Bundesrats scharf. Dessen Entwurf würde UBS zwingen, rund 22 Milliarden US-Dollar zusätzliches hartes Kernkapital zu halten. Das entspräche einer CET1-Quote von rund 18,5 Prozent — etwa 50 Prozent mehr als bei wichtigen Mitbewerbern.

Kelleher bekräftigte, die Bank wolle ihren Hauptsitz in der Schweiz behalten. Allerdings fügte er hinzu: „Es ist unsere Pflicht, geeignete Optionen sorgfältig zu prüfen, um die negativen Folgen dieser extremen Vorschläge so weit wie möglich zu begrenzen.“ Eine unmissverständliche Warnung an Bern.

Der Bundesrat hält an seinem Gesetzesentwurf fest. Dieser sieht die vollständige Kapitalunterlegung der ausländischen UBS-Einheiten vor. Beide Maßnahmenpakete zusammen würden laut Regierung rund 20 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital für die Schweizer Einheit erfordern.

Quartalszahlen als nächste Probe

Die Aktie spiegelt die Unsicherheit wider. Mit einem Minus von rund 12 Prozent seit Jahresbeginn notiert UBS deutlich unter ihrem Januar-Hoch von 41,10 Euro. Der aktuelle Kurs von 35,29 Euro liegt knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt.

Am 29. April präsentiert UBS die Zahlen für das erste Quartal 2026. Konzernchef Sergio Ermotti und Finanzchef Todd Tuckner werden zeigen müssen, ob die operative Entwicklung trotz des regulatorischen Drucks stabil bleibt. Die Credit-Suisse-Integration soll bis Jahresende weitgehend abgeschlossen sein — der Zeitplan gilt laut UBS weiterhin.

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UBS Aktie

35,44 EUR

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Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 3,37 %
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ISIN: CH0244767585 WKN: A12DFH

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