UBS: „Irreführend
Die Schweizer Großbank kritisiert die geplanten Eigenkapitalvorschriften als irreführend und warnt vor negativen Folgen für die Wirtschaft.

Kurz zusammengefasst
- Scharfe Kritik an neuen Kapitalvorschriften
- Zusätzlicher Kapitalbedarf von 20 Milliarden Dollar
- UBS-Aktie verliert fünf Prozent in einer Woche
- Parlament debattiert ab Sommer über Gesetz
Der Tonfall in der Schweiz wird rauer. Die Großbank UBS greift den Bundesrat ungewöhnlich scharf an. Die Regierung hat neue Eigenkapitalvorschriften veröffentlicht. UBS bezeichnet die dazugehörigen Unterlagen offen als irreführend. Das Management prüft derzeit alle Dokumente und Aussagen der Regierung.
Das Erbe der Credit Suisse
Im Zentrum des Konflikts steht ein geplantes Bankengesetz. Finanzministerin Karin Keller-Sutter will eine Lücke schließen. Die Vorgabe: UBS muss ihre ausländischen Tochtergesellschaften künftig komplett mit Kapital im Mutterhaus absichern. Genau diese fehlende Absicherung trieb einst die Credit Suisse in den Ruin. Damals ließen sich problembehaftete Auslandstöchter nicht ohne massive Schäden verkaufen.
Die neuen Regeln fordern ihren Tribut. Die vollständige Abzugspflicht kostet die Bank rund 20 Milliarden US-Dollar an zusätzlichem Kernkapital. Inklusive weiterer Verordnungen steigt der Bedarf auf etwa 22 Milliarden US-Dollar. Die faktische Mindestkapitalquote würde damit auf über 18 Prozent klettern.
Aktionäre reagieren nervös auf den regulatorischen Druck. Die UBS-Aktie verlor auf Wochensicht rund fünf Prozent und notiert aktuell bei 35,17 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf gut zwölf Prozent.
Harte Fronten trotz Zugeständnissen
Die Regierung hat der Bank bereits Kompromisse angeboten. UBS darf künftig latente Steueransprüche anrechnen. Parallel dazu gewährt der Bund längere Fristen für Software-Abschreibungen. Keller-Sutter betonte die Einigkeit der Regierung hinter diesem Reformpaket.
Die Bankführung lehnt das Paket dennoch strikt ab. Das Management nennt die Pläne extrem und kritisiert den nationalen Alleingang. Im internationalen Vergleich geht die Schweiz tatsächlich weit über die üblichen Basel-III-Standards hinaus. Weder die USA noch die EU fordern eine vollständige Unterlegung von Auslandstöchtern.
Die Folge: Wirtschaftsverbände wie Economiesuisse warnen vor steigenden Kreditkosten für heimische Firmen. Auch eine von UBS in Auftrag gegebene Studie prognostiziert eine dauerhaft tiefere Wirtschaftsleistung.
Der Fahrplan bis 2027
Trotz des Streits hält UBS an ihren internen Zielen fest. Die Bank peilt bis Ende 2026 weiterhin eine Kapitalrendite von rund 15 Prozent an. Auch die geplanten Kapitalrückführungen bleiben auf der Agenda. Da die neuen Regeln frühestens 2027 greifen, gewinnt das Management Zeit für die Anpassung.
Ab Sommer debattiert das Schweizer Parlament über das Bankengesetz. Dieser politische Prozess kann bis zu einem Jahr dauern. Am Ende könnte sogar eine Volksabstimmung stehen. Neue Details zur Strategie liefert UBS bereits am 29. April mit den Quartalszahlen.
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