UBS: Keller-Sutter wirft Bank Lobbying-Druck vor
Finanzministerin Keller-Sutter wirft UBS ungewöhnliches Lobbying vor. Ein Regulierungspaket droht der Bank mit 20 Milliarden Dollar Zusatzkapital.

Kurz zusammengefasst
- Schwere Vorwürfe der Finanzministerin
- 20 Milliarden Dollar Zusatzkapital gefordert
- UBS warnt vor BIP-Schäden
- Quartalszahlen am 29. April erwartet
Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter erhebt öffentlich schwere Vorwürfe gegen die UBS. Parlamentarier stünden unter Druck, weil sie fürchten, die Bank könnte Parteispenden kürzen. Das ist ungewöhnlich — und trifft die Bank ausgerechnet vor ihren Quartalszahlen.
„Wer bestimmt in diesem Land?“
Keller-Sutter formuliert die Kernfrage direkt: „Ist das ein einzelnes Unternehmen oder sind das der Bundesrat, das Parlament und vielleicht auch das Volk?“ Im Blick-Interview sprach sie von einem Lobbying-Druck, der in der Schweiz so nicht üblich sei.
Hintergrund ist ein Regulierungspaket, das der Bundesrat als Reaktion auf den Zusammenbruch der Credit Suisse entwickelt hat. Am 22. April veröffentlichte er die finale Kapitalverordnung und übermittelte dem Parlament seinen Gesetzesvorschlag. Der Kern: Investitionen in Auslandstöchter sollen vollständig vom CET1-Kapital der UBS AG abgezogen werden. Das würde die Bank zwingen, rund 20 Milliarden US-Dollar zusätzliches Eigenkapital vorzuhalten.
UBS kämpft mit Studien und Verbündeten
Die UBS nennt das Paket „extrem“ und wirft dem Bundesrat vor, internationale Standards zu ignorieren. Sie hat das Wirtschaftsforschungsunternehmen BAK beauftragt, die Folgen zu berechnen. Ergebnis: ein möglicher BIP-Schaden von 11 bis 34 Milliarden Franken über zehn Jahre.
Rückendeckung bekommt die Bank von Wirtschaftsverbänden, Bankenkantonen und bürgerlichen Parteien. Das politische Bild ist gespalten: Die SP hält die Maßnahmen für unzureichend, während die Bankiervereinigung Standortnachteile befürchtet.
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Die Kapitalregeln sollen schrittweise eingeführt werden — beginnend mit einem Abzug von 65 Prozent im ersten Jahr, jährlich um fünf Prozentpunkte steigend. Sieben Jahre bis zur vollen Wirkung.
Parlament berät, Quartalszahlen kommen morgen
Das Gesetz braucht die Zustimmung des Parlaments. Die erste nicht-öffentliche Debatte war für den 4. Mai geplant. Der gesamte Prozess dürfte mindestens bis ins nächste Jahr dauern.
Morgen, am 29. April, präsentiert UBS-Chef Sergio Ermotti die Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Der Regulierungsstreit wird beim Analysten-Call kaum zu umgehen sein. Die UBS-Aktie notiert aktuell bei rund 36 Euro — seit Jahresbeginn liegt sie knapp zehn Prozent im Minus. Ermottis Kommentare zur Kapitaldebatte dürften den Kurs kurzfristig stärker bewegen als die Zahlen selbst.
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