Unicredit Aktie: 47,59 Prozent an der Commerzbank
UniCredit kontrolliert nach Übernahmeangebot fast 48 Prozent der Commerzbank. Der Aktienkurs der Mailänder Bank nähert sich dem Jahreshoch.

Kurz zusammengefasst
- Kontrolle von 47,59 Prozent am deutschen Institut
- Stimmrechte steigen auf fast 50 Prozent
- Unicredit-Aktie klettert um 1,33 Prozent
- Politischer Widerstand in Berlin wächst
UniCredit rüttelt an der europäischen Bankenlandschaft. Der Konzern hat seinen Zugriff auf die Commerzbank massiv ausgeweitet. In Frankfurt löst dieser Schritt Alarm aus, während Anleger in Mailand auf die Expansion setzen.
Griff nach der Mehrheit
Das Ergebnis des jüngsten Übernahmeangebots verschiebt die Machtverhältnisse deutlich. Rund 17,60 Prozent des Kapitals wurden der UniCredit bis zum Ende der Angebotsfrist angedient. Damit kontrolliert die Bank nun ein wirtschaftliches Interesse von insgesamt 47,59 Prozent am deutschen Institut.
Rechnet man die erwartete Einziehung eigener Aktien durch die Commerzbank hinzu, steigen die Stimmrechte sogar auf 49,65 Prozent. Damit steht UniCredit unmittelbar vor der absoluten Mehrheit. Ein Großteil dieser Position stammt aus Direktkäufen und Finanzinstrumenten, die seit September 2024 aufgebaut wurden.
Kurs nähert sich Rekordhoch
Die Aktie der UniCredit profitiert von der aggressiven Wachstumsstrategie. Das Papier legte zuletzt um 1,33 Prozent auf 81,34 Euro zu. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate kletterte der Wert um beachtliche 32,84 Prozent.
Aktuell notiert der Kurs nur zwei Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 83,00 Euro. Die Mehrheit der angedienten Papiere stammte dabei von Finanzinstituten aus Derivategeschäften. Bei freien Aktionären war die Akzeptanzrate für das Angebot indes deutlich geringer.
Politischer Widerstand in Berlin
Die Bundesregierung betrachtet das Vorgehen als feindseligen Akt. Berlin hält selbst noch einen Anteil von zwölf Prozent an der Commerzbank. Vertreter der Regierung kritisierten die Mailänder Strategie als intransparent und aggressiv.
UniCredit-Chef Andrea Orcel lässt sich von der Kritik bisher kaum beirren. Er will die Beteiligung über Bar-Derivate perspektivisch auf bis zu 60 Prozent ausbauen. Währenddessen forderte der hessische Ministerpräsident beide Seiten zu einem konstruktiven Dialog auf.
Der Fahrplan zur Macht
Bevor UniCredit die operative Kontrolle übernimmt, müssen die Regulierungsbehörden zustimmen. Die Europäische Zentralbank prüft derzeit den Antrag auf eine Beteiligung über der Schwelle von 29,9 Prozent. Eine Entscheidung wird innerhalb der nächsten sechs Monate erwartet.
Spätestens zur Hauptversammlung im Frühjahr 2027 könnte UniCredit den Aufsichtsrat in Frankfurt umbauen. Das Ziel ist die Neubesetzung der Hälfte der Aktionärssitze im Kontrollgremium. Zu einer rechtlichen Fusion der beiden Großbanken dürfte es jedoch frühestens ab dem Jahr 2029 kommen.
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