Unicredit Aktie: 50 Prozent wirtschaftliches Engagement

UniCredit hält nun über 37 Prozent an der Commerzbank und strebt die Kontrolle von zwei Dritteln an. Der Widerstand aus Frankfurt und Berlin wächst.

Dr. Robert Sasse ·
Belebte globale Stadt bei Nacht von oben (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Unicredit-Anteil an Commerzbank steigt auf 37,6 Prozent
  • Ziel: Kontrolle von zwei Dritteln der Bank
  • Commerzbank schaltet BaFin gegen Übernahme ein
  • Italienische Banken verstärken Fusionsaktivitäten

UniCredit erhöht den Druck auf Commerzbank. Die Italiener haben nach ihrem jüngsten Tauschangebot direkt und physisch 34,4 Prozent an der Bank erreicht. Rechnet man physische Settlement-Instrumente dazu, steigt der Anteil auf 37,6 Prozent. Mit Derivaten liegt das wirtschaftliche Engagement inzwischen bei mehr als 50 Prozent.

Der Kurs der UniCredit-Aktie notiert bei 72,31 Euro. Das sind 0,41 Prozent weniger als am Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein kleines Plus von 0,86 Prozent zu Buche.

Ziel: Zwei Drittel der Bank

UniCredit will offenbar bis zu zwei Drittel der Commerzbank kontrollieren. Das Angebot läuft bis Mitte Juni und kann sich bis in den Juli verlängern. Mehrere große Investoren haben bereits zugestimmt, darunter Vanguard, BlackRock, Fidelity, Northern Trust und Norges.

Die Zahlen zeigen, warum UniCredit an dem Deal festhält. Die Bank verweist auf eine Cost-Income-Ratio von 33 Prozent. Commerzbank liegt bei 53 Prozent. Für UniCredit ist das ein Argument für Effizienz und Skaleneffekte. Für Commerzbank ist es vor allem ein Zeichen, dass der Druck von außen steigt.

Widerstand aus Frankfurt und Berlin

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp stellt die Logik des Angebots offen infrage. Sie verweist darauf, dass der implizite Angebotswert bei rund 35,76 Euro je Aktie liege. Der Markt habe zuletzt aber oberhalb von 36,90 Euro notiert. Das verschärft den Konflikt: Aus Sicht der Bank wirkt das Angebot damit nicht überzeugend genug.

Commerzbank hat deshalb die BaFin eingeschaltet. Die Aufseher sollen Transparenz und Bedingungen des Übernahmeprozesses prüfen. Für UniCredit ist das kein Nebengeräusch. Politischer und regulatorischer Widerstand kann ein solches Vorhaben deutlich verlangsamen.

Italienische Banken werden offensiver

Parallel dazu zieht auch im heimischen Markt von UniCredit das Tempo an. Intesa Sanpaolo hat am 8. Juni 2026 ein unaufgefordertes Gebot über rund 30,6 Milliarden Euro für Monte dei Paschi di Siena vorgelegt. Banco BPM hatte zuvor eine Fusion unter Gleichen mit MPS ins Spiel gebracht. Ziel wäre ein Konzern mit einer Marktkapitalisierung von etwa 50 Milliarden Euro.

Das zeigt: Die großen italienischen Institute suchen derzeit aktiv nach Wachstum über Fusionen und Übernahmen. UniCredit verfolgt mit Commerzbank denselben Kurs, nur eben jenseits der Grenze. Der Börsenkurs spiegelt diese Lage bislang ruhig wider. Die Aktie handelt nahe ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 67,72 Euro, der RSI liegt bei 52,2. Das ist technisch gesehen eher neutral.

Für die nächsten Wochen bleibt der Stichtag im Blick. Das Übernahmeangebot läuft bis Mitte Juni, eine Verlängerung bis in den Juli ist möglich. Solange UniCredit weiter Anteile einsammelt und der regulatorische Widerstand anhält, bleibt der Druck auf beiden Seiten hoch.

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Unicredit Aktie

84,22 EUR

– 0,21 EUR -0,25 %
KGV 11,98
KUV 5,04
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 2,05 %
Marktkapitalisierung 128,24 Mrd. EUR
Ø Kursziel 91,28 EUR
ISIN: IT0005239360 WKN: A2DJV6

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