UniCredit Aktie: Homeoffice-Zoff?
UniCredit verschärft die Präsenzregeln für Führungskräfte; eine Ausweitung auf alle Beschäftigten ab Januar 2027 ist vorgesehen.

Kurz zusammengefasst
- Führungskräfte arbeiten nur mit Genehmigung remote
- Ausweitung auf Belegschaft ab Januar 2027 geplant
- Gewerkschaften behalten Mobilisierung ausdrücklich vor
- Ausnahmen für Beschäftigte bislang ungeklärt
Bei UniCredit verschärft sich der Streit über die Rückkehr ins Büro. Die Gewerkschaften bekräftigen heute ihre Bereitschaft zur Mobilisierung, falls die Bank die Einschränkung des Homeoffice nicht zurücknimmt.
Für die direkten Führungskräfte von Konzernchef Andrea Orcel gilt die strengere Präsenzpflicht bereits. Ab Januar 2027 soll sie nach Darstellung der Arbeitnehmervertreter auf alle Beschäftigten ausgeweitet werden. Welche Ausnahmen dann gelten sollen, ist noch ungeklärt.
Bank setzt auf persönliche Zusammenarbeit
Reuters berichtete gestern unter Berufung auf die Gewerkschaften, dass Orcels direkte Führungskräfte nur noch in vorab genehmigten Ausnahmefällen von zu Hause arbeiten dürfen. Damit hat die Bank die Arbeitsregelung auf der obersten Führungsebene bereits geändert. Die breitere Umsetzung steht dagegen noch bevor.
UniCredit begründet die stärkere Präsenz im Büro mit den Vorteilen persönlicher Zusammenarbeit. Dazu zählt die Bank den Wissensaustausch, die berufliche Entwicklung und die Arbeit im Team. Zugleich erklärt sie, flexible Arbeitsmodelle weiterhin anzubieten.
Der Konflikt betrifft damit nicht nur die Frage, wo die Beschäftigten arbeiten. Offen ist auch, wie weit die angekündigte Flexibilität unter den strengeren Vorgaben reicht. Für die Führungskräfte wird die Arbeit außerhalb des Büros zur genehmigungspflichtigen Ausnahme. Für die übrige Belegschaft sind die künftigen Ausnahmeregelungen noch nicht klar erläutert.
Arbeitnehmervertreter drohen mit Mobilisierung
Die Gewerkschaften kritisieren vor allem das einseitige Vorgehen der Bank. Statt einer Einschränkung hatten sie eine Ausweitung des Homeoffice auf Filialbeschäftigte erwartet. Laut Il Sole 24 Ore behalten sie sich Mobilisierungsmaßnahmen vor, sollte UniCredit die Entscheidung nicht überprüfen.
Ihre Kritik reicht über den Arbeitsort hinaus. Die Arbeitnehmervertreter nennen Personalmangel, zunehmende Arbeitsbelastung sowie steigenden operativen und kommerziellen Druck. Auch mögliche längere Filialöffnungszeiten und Einschränkungen beim digitalen Lernen gehören zu den Streitpunkten.
Zur Begründung ihrer Position verweisen die Gewerkschaften auf 22 aufeinanderfolgende Rekordquartale der UniCredit-Gruppe. Sie stellen damit den geschäftlichen Erfolg den von ihnen kritisierten Arbeitsbedingungen gegenüber. Ein Arbeitskampf ist bislang nicht als beschlossen gemeldet; die angekündigte Mobilisierung bleibt an die Reaktion der Bank gebunden.
Für Anleger steht damit ein konkreter Umsetzungskonflikt im Mittelpunkt: UniCredit will die persönliche Zusammenarbeit stärken, während die Arbeitnehmervertreter eine Überprüfung des Vorgehens verlangen. Entscheidend sind die Ausgestaltung der Ausnahmen und die Frage, ob beide Seiten vor der geplanten breiteren Einführung eine Verständigung erreichen.
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