Unilever Aktie: Jahrestief, Milliarden-Deal

Unilever konzentriert sich nach dem Verkauf von Hellmann's und Knorr an McCormick auf Schönheit und Haushalt. Der Aktienkurs notiert nahe dem Jahrestief, während Analysten das Potenzial sehen, aber auch Risiken benennen.

Dieter Jaworski ·
Unilever Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Geplanter Verkauf des Lebensmittelgeschäfts für 44,8 Milliarden Dollar
  • Aktie notiert nahe dem Jahrestief mit deutlichem Jahresminus
  • Spin-off der Eismarken sorgt für öffentlichen Streit
  • Analysten sehen Aufwärtspotenzial trotz struktureller Risiken

Fast ein Viertel unter dem Februarhoch, knapp über dem Jahrestief — Unilever steckt mitten in einer der größten Umbauphasen seiner Geschichte, und der Markt quittiert das mit Skepsis. Dabei könnte der Konzern am Ende dieser Transformation kaum wiederzuerkennen sein.

44,8 Milliarden für Hellmann’s und Knorr

Der größte Treiber der aktuellen Unsicherheit ist der geplante Zusammenschluss des Lebensmittelgeschäfts mit dem amerikanischen Gewürzspezialisten McCormick & Company. Unilever bringt dabei Marken wie Hellmann’s und Knorr in die Transaktion ein — bewertet mit rund 44,8 Milliarden US-Dollar. Strukturiert als Reverse Morris Trust, sollen Unilever-Aktionäre nach Abschluss rund 55 Prozent des neuen Gemeinschaftsunternehmens halten. Unilever selbst behält zunächst eine Minderheitsbeteiligung von knapp zehn Prozent, die schrittweise abgebaut werden soll.

Das Ergebnis: ein Unilever, das sich künftig ausschließlich auf Körperpflege, Schönheit und Haushaltspflege konzentriert. Diese Segmente machen bereits mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes aus. Der Deal soll Mitte 2027 abgeschlossen sein.

Ben & Jerry’s macht Ärger

Parallel brodelt es beim bereits vollzogenen Eiscreme-Spin-off. Die neu eigenständige Magnum Ice Cream Company — zu der auch Ben & Jerry’s, Cornetto und Breyers gehören — steht unter öffentlichem Druck. Mitgründer Ben Cohen forderte Mitte April, dass Ben & Jerry’s seine Unabhängigkeit zurückgewinnen solle, und warf dem Magnum-Management vor, die soziale Mission der Marke zu beschneiden. Das Management wies die Kritik zurück und bezeichnete Ben & Jerry’s als festen, florierenden Teil des Unternehmens. Der Streit hinterlässt dennoch Spuren — er nährt Zweifel daran, ob die ausgegliederten Einheiten reibungslos funktionieren.

Analysten sehen Potenzial, aber Risiken bleiben

Die Unilever-Aktie notiert in Euro bei rund 49 Euro und liegt damit knapp zwei Prozent über dem Jahrestief von Anfang April. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus fast zwölf Prozent. Analysten stufen den Titel im Konsens mit „Hold“ ein und sehen bei einem durchschnittlichen Kursziel von rund 65,55 US-Dollar ein Aufwärtspotenzial von etwa 13 Prozent. DZ Bank geht weiter und hat auf „Strong Buy“ hochgestuft — andere Häuser bleiben vorsichtig und verweisen auf Ausführungsrisiken sowie eine verfehlte Gewinnschätzung im Vorquartal.

Hinzu kommen strukturelle Gegenwinds: steigende Rohstoffkosten durch geopolitische Spannungen und schwankende Ölpreise belasten die Marge. Das Management erwartet durch den Umbau und den McCormick-Deal mittelfristig Kosteneinsparungen in dreistelliger Millionenhöhe jährlich — doch bis die Zahlen das belegen, dürfte der Kurs unter Beobachtung bleiben. Der nächste Bewährungstest kommt mit dem Abschluss der Transaktion im kommenden Jahr.

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Unilever Aktie

54,71 EUR

– 0,68 EUR -1,23 %
KGV 21,75
KUV 2,43
Sektor Verbraucher defensiv
Div.-Rendite 3,98 %
Marktkapitalisierung 102,56 Mrd. GBP
ISIN: GB00BVZK7T90 WKN: A41NM1

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