Uniper Aktie: 7,11 Prozent Plus auf 43,70 Euro
Uniper treibt die Reprivatisierung voran. Gespräche mit Bietern laufen, die erste Dividende seit der Rettung zeichnet sich ab.

Kurz zusammengefasst
- Kursrallye durch Verkaufsfortschritt
- Zehn Bieter für Staatsanteil
- Erste Dividende seit Rettung erwartet
- Entscheidung über Ausstiegsform offen
Der Energiekonzern Uniper kommt voran im milliardenschweren Rückzug des Bundes. Die Kursrallye am Donnerstag spricht eine klare Sprache: Der Markt rechnet mit einem Abschluss. Ein Plus von 7,11 Prozent auf 43,70 Euro brachte das Papier an die Spitze der Tagesgewinner. Grund ist der Fortschritt im Reprivatisierungsprozess, der Anfang Juli in eine neue Verhandlungsrunde eingetreten ist.
Bieter im Rennen
Nach Ablauf der Registrierungsfrist im Juni laufen nun die Gespräche mit den Interessenten. Etwa zehn Bieter sollen sich für den 99,1-Prozent-Anteil des Bundes interessieren. Zu den namhaften Kandidaten zählen die Beteiligungsgesellschaften KKR und Brookfield sowie der kanadische Pensionsfonds CDPQ. Auch der norwegische Energiekonzern Equinor wird als strategischer Partner gehandelt.
Das Bundesfinanzministerium hat für Juli und August detaillierte Gespräche angesetzt. Ziel ist es, den Staatsanteil bis Ende 2028 auf eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie zu reduzieren. Die Marktkapitalisierung von rund 18 Milliarden Euro macht das Verfahren zu einem der größten Rückzugsprojekte des Bundes seit Jahren.
Hoffnung auf Dividende
Neben dem Verkaufsprozess treibt eine zweite Entwicklung den Kurs: Die Aussicht auf eine erste Dividende seit der staatlichen Rettung. Marktbeobachter rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einer Ausschüttung von knapp 0,80 Euro je Aktie.
Die operative Basis dafür stimmt. Im ersten Quartal erzielte Uniper ein bereinigtes EBITDA von 407 Millionen Euro und einen bereinigten Konzernüberschuss von 231 Millionen Euro. Die strategische Ausrichtung auf erneuerbare Energien und Wasserstoff stabilisiert die Lage.
Offene Frage bleibt
Trotz des Kursanstiegs: Die Aktie notiert noch 22,38 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 56,30 Euro. Der RSI liegt mit 45,9 Punkten im neutralen Bereich. Die Volatilität bleibt mit rund 45 Prozent hoch.
Die zentrale Unbekannte ist die Form des Staatsausstiegs. Das Ministerium bevorzugt einen außerbörslichen Verkauf an langfristige Anleger. Arbeitnehmervertreter fordern dagegen eine Börsenplatzierung. Die Entscheidung dürfte zwischen September und November fallen. Parallel bereitet der Bund einen möglichen Börsengang für Anfang 2027 als Ergänzungsoption vor.
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