Uniper Aktie: RWE-Chef Krebber dementiert Übernahmepläne

RWE dementiert Kaufinteresse an Uniper. Der Fokus liegt auf milliardenschweren Investitionen in Netze und die eigene Energiewende.

Eduard Altmann ·
Uniper Aktie

Kurz zusammengefasst

  • RWE dementiert Uniper-Kaufinteresse
  • Fokus auf eigene Milliardeninvestitionen
  • Uniper-Aktie legte zuletzt deutlich zu
  • Bieterfrist endet am 21. September

Die Spekulationen um einen möglichen Einstieg des Energiekonzerns RWE beim Wettbewerber Uniper haben einen Dämpfer erhalten. Gestern stellte RWE-Vorstandschef Markus Krebber klar, dass sein Unternehmen kein Interesse an einem Kauf des Düsseldorfer Energieversorgers hege. Damit widersprach der Manager Berichten der Nachrichtenagentur Bloomberg, die RWE zuvor als einen von rund zehn potenziellen Interessenten für Uniper gelistet hatte.

Klare Absage von Markus Krebber

Im Rahmen der Vorstellung der aktuellen Halbjahreszahlen räumte Krebber die Gerüchte über eine Konsolidierung der beiden Branchenriesen aus dem Weg. Während Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, dass RWE zu dem Kreis der Unternehmen gehöre, die das Dossier prüfen, fiel die Reaktion der Essener Geschäftsführung eindeutig aus. Das Dementi markiert einen wichtigen Punkt in der laufenden Debatte über die künftige Eigentümerstruktur von Uniper.

Trotz der Absage von RWE bleibt das Interesse an dem Unternehmen offenbar hoch. Medienberichten zufolge läuft das Verfahren für potenzielle Käufer bereits. Als entscheidender Termin gilt der 21. September, bis zu dem interessierte Parteien unverbindliche Angebote für Uniper einreichen können.

Die hohe Zahl der ursprünglich genannten Interessenten deutet darauf hin, dass die strategische Bedeutung des Versorgers im Zuge der europäischen Energiewende weiterhin als bedeutend eingestuft wird.

Strategische Prioritäten und Investitionsdruck

Für RWE stehen derzeit andere Projekte im Vordergrund, was die Ablehnung eines Zukaufs begründet. Der Konzern treibt seinen eigenen Umbau massiv voran und hält am geplanten Braunkohleausstieg im Rheinischen Revier bis März 2030 fest. Damit verbunden sind enorme finanzielle Verpflichtungen. Allein im laufenden Jahr plant RWE Nettoinvestitionen in einer Größenordnung von 9 bis 11 Milliarden Euro.

Bis zum Jahr 2031 sieht die Strategie der Essener Gesamtausgaben von 35 Milliarden Euro vor. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ausbau der Stromnetze, wofür rund 6,5 Milliarden Euro reserviert sind. Durch die Aufstockung der Anteile am Netzbetreiber Amprion auf 55,5 Prozent hat RWE zudem erst kürzlich eine bedeutende Kapitalbindung vollzogen.

Angesichts dieser Milliarden-Investitionen in die eigene Infrastruktur und die Dekarbonisierung scheint für eine Übernahme in der Größenordnung von Uniper derzeit kein finanzieller Spielraum vorgesehen zu sein.

Robustes Umfeld im Energiesektor

Die Diskussion um Uniper findet in einem Umfeld statt, das von starken Geschäftszahlen der großen Versorger geprägt ist. Auch der Konkurrent E.ON präsentierte gestern robuste Halbjahresergebnisse mit einem bereinigten EBITDA von über 5,4 Milliarden Euro. Allgemein befinden sich die Dax-Konzerne auf Kurs zu einem Rekordjahr; Analysten erwarten für das Gesamtjahr 2026 Nettogewinne von rund 127,7 Milliarden Euro.

Uniper selbst profitiert von dieser stabilen Marktlage und der operativen Erholung. In den vergangenen sieben Tagen legte der Aktienkurs um 9,4 Prozent zu, was primär auf die aufgekommenen Übernahmefantasien zurückzuführen war. Seit dem Jahresanfang verzeichnet das Papier bereits einen Zuwachs von 45 Prozent. Nach dem gestrigen Dementi der RWE-Spitze notiert der Kurs am heutigen Freitag bei 47,50 Euro.

Anleger blicken nun gespannt auf den September, wenn sich zeigen wird, welche der verbliebenen Bieter tatsächlich ernsthafte Absichten verfolgen. Dass die Bundesregierung im Rahmen der Kabinettsklausur Ende August über die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Schlüsseltechnologien berät, unterstreicht die politische Relevanz der Branche, in der Uniper eine zentrale Rolle spielt.

Die vor gut drei Wochen vorgestellte Investitionsstrategie des Unternehmens bleibt dabei ein wesentlicher Faktor für die langfristige Bewertung, wobei der Kurs seither um 12,0 Prozent gestiegen ist.

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Uniper Aktie

48,15 EUR

– 0,35 EUR -0,72 %
KGV 11,97
KUV 0,32
Sektor Versorgungsunternehmen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 19,70 Mrd. EUR
Ø Kursziel 34,67 EUR
ISIN: DE000UNSE026 WKN: UNSE02

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