United Internet Aktie: Mehr Anteil an 1&1
Der Tausch von Darlehensansprüchen gegen neue Aktien hebt United Internets Beteiligung an 1&1 auf rund 89,32 Prozent.
Kurz zusammengefasst
- Forderungen über 850,2 Millionen Euro eingebracht
- Beteiligung steigt von 87,19 auf 89,32 Prozent
- 1&1 erhält mehr finanziellen Handlungsspielraum
- Aktienkurse zeigen wechselhafte Reaktionen
United Internet baut seinen Griff auf die Tochter 1&1 aus. Der Konzern tauscht Darlehensforderungen gegen neue 1&1-Aktien und hebt damit seine Beteiligung auf knapp 90 Prozent. Beide Unternehmen informierten getrennt über den Schritt.
So läuft der Tausch
United Internet überträgt der 1&1 AG seine Darlehensansprüche gegen 1&1 Versatel, nominal 850,2 Millionen Euro. Im Gegenzug erhält der Konzern neue Aktien der Tochter. Versatel gehört zu 100 Prozent mittelbar der 1&1 AG, die Forderungen wandern also innerhalb des Konzernverbunds.
Die Beteiligung steigt dadurch von aktuell rund 87,19 auf rund 89,32 Prozent. Der Streubesitz schrumpft entsprechend weiter.
Begründung: Kapitalstruktur und Einfachheit
Nach Darstellung von United Internet stärkt die Transaktion die Kapitalstruktur und den finanziellen Handlungsspielraum von 1&1. Zugleich werde die konzerninterne Finanzierungsstruktur vereinfacht. Aus Sicht von Marktbeobachtern könnte der Schritt der Tochter mehr Luft für Investitionen verschaffen, denn 1&1 muss die Forderungen nicht mehr als Darlehen bedienen.
Börse reagiert uneinheitlich
Die Kursreaktion fiel im Tagesverlauf wechselhaft aus. Am Morgen lag die United-Internet-Aktie im Tradegate-Handel noch leicht im Minus. Im Vormittagshandel auf Xetra drehte sie ins Plus und gewann zeitweise gut zwei Prozent auf rund 24,80 Euro. Zuletzt hielt sie sich bei 24,50 Euro mit einem Plus von etwa einem Prozent.
Die 1&1-Aktie zeigte das gleiche Muster. Sie stieg zeitweise um knapp zwei Prozent auf 24,70 Euro, gab dann aber nach und notierte zuletzt mit einem Abschlag von gut einem halben Prozent bei 24,10 Euro. Die Anleger scheinen den Tausch damit als Routine zu werten, nicht als Kurstreiber.
Für United Internet bedeutet der Schritt vor allem mehr Kontrolle über die Tochter. Die Beteiligungsquote liegt nach Vollzug bei rund 89,32 Prozent.
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