Bei UnitedHealth rücken erneut Fragen zur Unternehmensführung in den Vordergrund. Auslöser ist ein Bericht über private Beteiligungen von CEO Stephen Hemsley, die demnach nicht gegenüber Aktionären offengelegt wurden. Brisant wird das Thema, weil einzelne Investments laut Bericht Berührungspunkte zum Kerngeschäft haben – als Partner oder als Wettbewerber.
Private Beteiligungen ohne Offenlegung
Im Zentrum steht Cloverfields Capital Group LP, eine Investmentfirma, die Stephen Hemsley gehört. Laut Wall Street Journal soll Hemsley über dieses Vehikel über mehrere Jahre hinweg Zehnermillionenbeträge in private Gesundheitsunternehmen investiert haben. Diese Transaktionen seien nicht gegenüber UnitedHealth-Aktionären offengelegt worden – damit steht vor allem das Thema mögliche Interessenkonflikte im Raum.
Genannt werden unter anderem:
– eine Firma für Impfstoff-Verabreichung, die demnach Geschäftsbeziehungen zu UnitedHealth hat
– ein Digital-Health-Anbieter, dessen Produkte laut Bericht mit Angeboten des Konzerns konkurrieren
Persönliche Portfolios von Top-Managern sind nicht ungewöhnlich. Die Diskussion entzündet sich hier daran, dass die Beteiligungen laut Bericht in Bereiche fallen, die direkt mit UnitedHealths operativem Umfeld verknüpft sind. Wie belastbar sind die Governance-Standards, wenn solche Überschneidungen nicht transparent gemacht werden?
Medicare Advantage: Druck durch Regulierung
Die Governance-Debatte trifft auf ein ohnehin schwieriges Umfeld in der US-Krankenversicherungsbranche. Eine von Reuters aufgegriffene Studie von gestern zeigt: Störungen in Medicare-Advantage-Plänen (MA) nehmen zu. Demnach mussten für 2026 nahezu 3 Millionen Versicherte eine neue Abdeckung suchen, nachdem Anbieter – einschließlich UnitedHealth – ihr Angebot zurückgefahren hatten.
Hintergrund sind engere Erstattungsbedingungen. Die US-Behörde CMS finalisiert aktuell die Zahlungsraten für 2027. Ein Vorschlag von Ende Januar sieht nur ein nominales Plus von 0,09% vor – in der Branche gilt das, bereinigt um Kostenentwicklungen, vielfach als faktische Belastung. Die Folge laut Berichtslage: Versicherer setzen stärker auf Marge statt auf Wachstum, was Plan-Aussteiger und Leistungskürzungen begünstigt.
Führung und laufende Untersuchungen
Zusätzlich kommt operative Unruhe hinzu. UnitedHealth arbeitet weiterhin die Folgen des Todes von UnitedHealthcare-CEO Brian Thompson im Dezember 2024 und die anschließenden Führungswechsel auf. Im Januar 2025 übernahm Tim Noel die Leitung der UnitedHealthcare-Sparte. Hemsley kehrte im Mai 2025 als CEO des Gesamtkonzerns zurück.
Parallel laufen weiterhin Anfragen des US-Justizministeriums zu Abrechnungspraktiken im Medicare-Umfeld. In Summe treffen damit Regulierungsdruck, rechtliche Prüfungen und nun auch Transparenzfragen rund um die Konzernspitze aufeinander – ein Umfeld, das sich auch in einer bisher verhaltenen Aktienentwicklung im laufenden Jahr niederschlägt.
Zum Zeitplan bei den MA-Raten: CMS nimmt Rückmeldungen zu den 2027er-Zahlungsraten noch bis zum 25. Februar an; die finale Entscheidung wird bis zum 6. April erwartet.
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