UnitedHealth Aktie: Senat schießt scharf

Ein US-Senatsausschuss wirft UnitedHealth vor, durch systematische Diagnoseaufwertung überhöhte staatliche Zahlungen erhalten zu haben. Die Aktie zeigt sich widerstandsfähig, während Analysten die regulatorischen Risiken als eingepreist betrachten.

Kurz zusammengefasst:
  • Senatsbericht wirft aggressive Abrechnungspraktiken vor
  • Aktie zeigt sich trotz Vorwürfen widerstandsfähig
  • Analysten sehen regulatorische Risiken als eingepreist
  • Kommende Quartalszahlen als wichtiger Stimmungstest

UnitedHealth steht im Kreuzfeuer der US-Politik. Ein aktueller Bericht des Justizausschusses im Senat wirft dem größten privaten Krankenversicherer der USA vor, systematisch überhöhte Zahlungen vom Staat kassiert zu haben. Die Vorwürfe: aggressive Abrechnungspraktiken bei Medicare Advantage, dem staatlich geförderten Versicherungsprogramm für Senioren. Für die Aktie bedeutet das weiteren Gegenwind – zusätzlich zu bereits laufenden Ermittlungen und steigenden medizinischen Kosten.

Was der Senat aufgedeckt hat

Der Bericht basiert auf der Auswertung von 50.000 Seiten interner Dokumente. Die Kernvorwürfe: UnitedHealth habe Hausbesuche durch Krankenschwestern, Datenanalysen und künstliche Intelligenz eingesetzt, um Patientenakten gezielt mit zusätzlichen Diagnosen anzureichern. Das Ziel: höhere Erstattungen aus dem Bundeshaushalt. Der Ausschuss kommt zu dem Schluss, das Unternehmen habe die sogenannte „Risikoadjustierung“ – eigentlich ein Mechanismus zur fairen Vergütung für die Versorgung kranker Patienten – zu einem Geschäftsmodell umfunktioniert.

Unitedhealth

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Die Börse reagierte zunächst nervös. Im vorbörslichen Handel verlor die Aktie zeitweise knapp 3 Prozent, konnte die Verluste im regulären Handel jedoch teilweise wieder wettmachen. Parallel laufen bereits zivil- und strafrechtliche Untersuchungen des Justizministeriums zu ähnlichen Vorwürfen.

Analysten bleiben gelassen

Trotz der scharfen Kritik aus Washington bewerteten einige Marktbeobachter die Nachricht als wenig überraschend. Analyst Lance Wilkes von Bernstein bekräftigte seine Kaufempfehlung und bezeichnete den Bericht als „keine wirklich neuen Informationen“. Die regulatorischen Risiken seien im aktuellen Kurs bereits eingepreist. Bernstein schätzt die möglichen finanziellen Belastungen durch staatliche Prüfungen und Ermittlungen auf 1 bis 3 Milliarden Dollar – für einen Konzern mit einem Jahresumsatz von über 370 Milliarden Dollar eine überschaubare Größenordnung.

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Druck von zwei Seiten

Die Senatskritik trifft UnitedHealth in einer ohnehin schwierigen Phase. Seit Monaten kämpft der Konzern mit deutlich gestiegenen Behandlungskosten im Medicare-Advantage-Geschäft. Die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen durch Senioren ist 2025 spürbar gestiegen, was die Profitabilität belastet hat. Als Reaktion darauf hat sich UnitedHealth bereits aus bestimmten unrentablen regionalen Märkten zurückgezogen.

Trotz dieser operativen Herausforderungen hielt das Management zuletzt an der Gewinnprognose für 2025 fest: mindestens 16,25 Dollar je Aktie. Diese Bestätigung hat den Kurs zuletzt gestützt und signalisiert, dass das Unternehmen die Belastungen noch unter Kontrolle hat.

Quartalszahlen als Lackmustest

Am 27. Januar legt UnitedHealth die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Anleger und Analysten erwarten vor allem Klarheit zur finalen Medical Care Ratio – dem wichtigsten Rentabilitätsindikator – sowie zur Gewinnprognose für 2026. Entscheidend wird sein, ob die eingeleiteten Preisanpassungen und Marktaustritte greifen und das Unternehmen 2026 tatsächlich zu einem Gewinnwachstum zurückkehren kann. Die Kommentare des Managements zur Entwicklung der medizinischen Kosten dürften die Richtung für die kommenden Monate vorgeben.

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