UnitedHealth steht im Kreuzfeuer. Während der Versicherungsriese am Dienstag ein Hilfsprogramm für ländliche Krankenhäuser startete, veröffentlichte der US-Senat zeitgleich einen brisanten Untersuchungsbericht. Der Vorwurf: systematische Übervorteilung des staatlichen Medicare-Systems. Die Aktie kämpft seit Monaten mit Gegenwind – nun könnte die politische Brisanz die Erholung weiter verzögern.
Senatsbericht mit schweren Vorwürfen
Der Kern der Kritik liegt in Washington. Ein unter Federführung von Senator Chuck Grassley veröffentlichter Bericht wirft UnitedHealth vor, durch „aggressive Strategien“ Zahlungen aus dem Medicare Advantage-System maximiert zu haben. Grundlage sind über 50.000 Seiten interner Dokumente. Demnach nutzte der Konzern Datenanalysen und sein Anbieternetzwerk, um Diagnosecodes zu generieren, die höhere Erstattungen durch die Regierung auslösen – ein Vorgehen, das als „Upcoding“ bekannt ist.
Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Dennoch reagiert der Markt nervös, zumal das Justizministerium bereits ähnliche Abrechnungspraktiken untersucht. Die Kombination aus politischem Druck und laufenden Ermittlungen schafft ein unsicheres Umfeld für Investoren.
Gegenoffensive: Schnellere Zahlungen für Landkliniken
Parallel zum Senatsbericht startete UnitedHealth am Dienstag sein „Rural Payment Acceleration Pilot“-Programm. Die sechsmonatige Initiative soll Zahlungsfristen für unabhängige Krankenhäuser in ländlichen Regionen halbieren – von unter 30 auf unter 15 Tage. Betroffen sind zunächst Einrichtungen in Oklahoma, Idaho, Minnesota und Missouri.
Die Maßnahme zielt darauf ab, finanziell angespannte Gesundheitsdienstleister mit sofortiger Liquidität zu versorgen. Gleichzeitig dürfte sie helfen, Kritik an verzögerten Zahlungen zu entkräften – gerade in einer Phase, in der das Unternehmen unter intensiver politischer Beobachtung steht.
Bewertung unter Druck, Kosten steigen
Nach einem schwierigen Jahr 2025, in dem die Aktie rund 35% verlor, liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aktuell bei etwa 18. Das ist deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 25. Auf den ersten Blick wirkt die Bewertung attraktiv.
Problematisch bleibt jedoch die Kostenentwicklung. Die Medical Care Ratio (MCR) – also der Anteil der Prämien, der für medizinische Leistungen ausgegeben wird – stieg im jüngsten Quartal auf 89,9%. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 82,3%. Die Gesundheitskosten wachsen schneller als die Prämieneinnahmen, was die Margen belastet.
Ausblick auf die Quartalszahlen
Das Branchenumfeld bleibt angespannt. Die Einschreibungen in Versicherungspläne nach dem Affordable Care Act (ACA) sanken für 2026 um etwa 3,5% – rund 800.000 weniger Versicherte, nachdem erweiterte Steuererleichterungen zum Jahresanfang ausliefen. Zudem enden am 30. Januar die meisten Medicare-Flexibilitäten für Telemedizin, was Nutzungsmuster verändern könnte.
Am 27. Januar folgen die Quartalszahlen. Anleger erwarten vor allem Klarheit darüber, ob sich die gestiegenen medizinischen Kosten stabilisiert haben und wie der Konzern mit dem verschärften regulatorischen Umfeld umgehen will.
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